Kultur
Von der Kunst, den «Grünen Heinrich» zu lesen. Folge 1
«Eine gewisse Unförmlichkeit» – ein Roman, fast wie ein Brief 1853 schrieb Gottfried Keller an einen Freund: «Ich habe gesehen und gestaunt, wie schlecht und unfähig die Produkte anderer Leute gelesen werden.
Schweizer Literatur in Kurzkritik VII
Schweizer Bücher schaffen es auf die Bestsellerliste der «Weltwoche» und des «Spiegels», sie stehen als Nachschlagwerke auf Redaktionsschreibtischen und liegen als Einschlaflektüre neben dem Bett. 10 Bücher, vorgestellt in der siebten Folge der «Schweizer Literatur in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Vom Schweigen und Staunen
Vielleicht ist es das schönste Kompliment, das man Peter Stamms Schreibkunst machen kann: klappt man seine Erzählbände zu – auch seinen neusten Band «Wir fliegen» – und sinnt dem Gelesenen nach, so erinnert sich das Gedächtnis kaum an Handlungsabläufe. Was sich festgesetzt hat, was auferstehen wird, sind einzelne Bilder und ein paar
Champagner? Dünnbier!
Ein Volkssessel von Max Werner Moser aus dem Jahr 1931 … ein kleines Schwarzes von Prada mit offenem Schlitz zwischen den Brüsten … ein stahlblaues knöchellanges Kostüm von Issey Miyake … ein himbeerfarbenes von DKNY mit kurzem Rock … ein schwarzweiss quergestreiftes Deux-Pièces mit riesiger schwarzer Masche von Sonia Rykiel … ein kurzes hochgeschlossenes
Einsiedler Totentanz
Thomas Hürlimanns «Einsiedler Welttheater» war das Ereignis des letzten Theatersommers. Zum zweitenmal nach 2000 wurde das Stück auf dem Vorplatz des Benediktinerklosters Einsiedeln gespielt, allerdings in einer komplett neuen Fassung. Für Verstimmung sorgte dabei Hürlimanns Eingriff, die Figur Gottes ganz aus der Vorlage, Calderón de la Barcas «El gran teatro
Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Glied…
Wer kann sich eine Geschichte ausdenken, in der es genauso um Aussteiger geht, die im Baselbiet und im Schwarzwald als Möchtegernindianer in Tipis spirituelle Feiern abhalten, wie um den Basler Geld- und Kunstadel, eine Geschichte, in der griechische Statuen mit mittelalterlichen Altarbildern kombiniert werden, Solbaden mit Schweinezüchten, die baselstädtische Schwulenszene
Ein anglikanischer Judenchrist in Zürich.
Olivia Franz-Klauser: «Ein Leben zwischen Judentum und Christentum. Moritz Heidenheim 1824–1898». Zürich: Chronos, 2008.
Wir spielen immer…
Der Zug nach Bukarest hält auf freiem Feld, weil jemand den Lokführer bestochen hat. Denn die meisten Reisenden wollen nicht bis in die Hauptstadt des seit kurzer Zeit kommunistischen Rumänien weiterfahren, sie wollen zum «Heiligen», einem Wundertäter, der sie von ihren Gebrechen erlösen soll. Später, so erfahren wir von der
Unerhörte Ereignisse, ohne Wendung
Zoe Jenny: «Das Porträt». Frankfurt a. M.: Frankfurter Verlagsanstalt, 2007.
Peter gepanscht
James Matthew Barrie: «Peter Pan». Aus dem Englischen nachersetzt von Birgit Kempker. Basel: Urs Engeler Editor, 2007.
Schweizer Literatur in Kurzkritik VI
Elf Bücher zur Schweizer Literatur werden in der sechsten Folge dieser Kurzkritik vorgestellt. Die Themen reichen von Mittelmeerreisen über Deutschlands Osten bis zu Amrain und Bern, sowie eine Geschichte des globalen Shoppings. Fortsetzung folgt.