Undogmatischer Hoffnungsglaube
Gabriele Röwer (Hrsg.): «‹Arme Teufel sind wir alle…›. Briefe von und an Robert Mächler über Gott und die Welt.» Bern: Haupt, 2010
Gabriele Röwer (Hrsg.): «‹Arme Teufel sind wir alle…›. Briefe von und an Robert Mächler über Gott und die Welt.» Bern: Haupt, 2010
Siebzig Langspielplatten umfasst die Diskographie, die Hansjörg Schertenleibs Roman «Cowboysommer» abschliesst. Walter Roth, genannt Boyroth, hat sie seinem Jugendfreund Hanspeter vererbt. Kennengelernt haben sich die beiden im Sommer 1974, da waren sie siebzehn. Hanspeter erlernt den wenig später aussterbenden Beruf des Schriftsetzers, während Boyroth bei der Post jobbt. Da gibt’
Sabina Altermatt: «Alpenrauschen». München: Piper, 2009 Sabina Altermatt: «Fallhöhe». Zürich: Limmat, 2010
Wer möchte eigentlich nicht in seinem Leben einen Neuanfang wagen? Gewagt hat ihn Hermann Hesse, als er nach dem Ende des Ersten Weltkrieges versuchte, sich nochmals dem «Engel zu stellen». Gewagt haben ihn auch Hugo Ball und Emmy Ball-Hennings, als sie nach der Beendigung des Dada-Experimentes um 1920
Die Anziehungskraft der Kurzgeschichte, die in der Literatur der Schweiz vor allem im Werk Peter Bichsels prominent vertreten ist, gehe «von ihren nicht idealisierten Figuren – Durchschnittsmensch oder Aussenseiter – und der suggestiven, andeutenden Gestaltungsweise aus, also von ihrem strukturbildenden Komprimierungsprinzip», schreibt Leonie Marx, eine Expertin dieser Prosaform, in Walther Killys Literaturlexikon.
Jakob Tanner, Claude Hauser & Bruno Seger (Hrsg.): «Zwischen Kultur und Politik. Pro Helvetia 1939 bis 2009». Zürich: NZZ Libro, 2010.
Als sich Simon Petrus daran machte, in der Höhle des Löwen Jesus Christus zu verleugnen, war ihm seine Sprache nicht eben dienlich. «Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich.» Simon stammte
René Simmen: «Aber Simens, Schnee im August? Ein biographischer Roman». Zürich: Salis Verlag, 2010
Exotische Inseln sind seit je mit der Vorstellung einer neuen, besseren Welt verbunden. Je deutlicher die eigenen zivilisatorischen Mängel wahrgenommen werden, desto mehr wächst die Sehnsucht nach einem noch unberührten irdischen Paradies. Rolf Lappert knüpft in seinem neuen Roman an diesen Topos an, kehrt ihn aber radikal um. Gleich zwei
«Ihr seid doch keine Menschen, ihr seid doch feuchter Lehm! Geformt hat man euch wohl, doch etwas einzuhauchen vergass man!» So brüllt einer, der eigentlich Schutz sucht, vor einem Schreibtisch der Einwanderungsbehörde. «Derweil richtet Petrus die Dinge auf seinem Schreibtisch fein säuberlich aus – als wollte er, Tischvorsteher sozusagen, die Parade
Flughafen Zürich, ich warte auf meinen Abflug nach Priština, Kosovo. Umgeben von Menschen, deren Sprache ich nicht verstehe, sie hingegen die meine schon. Fremd und unbehaglich fühle ich mich in ihrer Mitte, habe den Eindruck, beobachtet zu werden. Unwillkürlich muss ich an kosovarische Jugendliche denken, deren Geschichten mir aus den
Thomas Hürlimann, 1950 in Zug geboren, feiert seinen 60. Geburtstag. Nach seiner Schulzeit im Kloster Einsiedeln studierte er Philosophie in Zürich und Berlin. Der Autor verfasste zahlreiche Theaterstücke, Essays und Romane, darunter «Vierzig Rosen» und «Der grosse Kater», verfilmt mit Bruno Ganz.
Hans-Rüdiger Schwab im Gespräch mit Thomas Hürlimann
8 Bücher, vorgestellt in der neunundzwanzigsten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.