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Kultur

Der Lieblingsnestbeschmutzer

Der Lieblingsnestbeschmutzer

Milo Rau spricht nach seiner Rückkehr aus Moskau über die von ihm dort inszenierten Schauprozesse. Und kündigt für Mai die «Zürcher Prozesse» gegen die «Weltwoche» an. Dabei geisselt er die Mattheit und politische Unkorrektheit der Schweizer – und das fehlende hiesige Schicksalsklima.

Arbeitsweg

Arbeitsweg

Mein eigener Arbeitsweg führte mich schon in jungen Jahren zu Fashionshows auf der ganzen Welt. Modephotographie. Egal, ob in Kairo oder New York: Make-up, Licht, harte Linien, Wimpernaufschlag, Lippenstift. Nun diese Flipflops in rotem Dreck. Zwei Beine, die, balancierend, einen mühsamen Schritt vor den anderen tun. Der Weg zur

Die Dekonstruktion des Alltags

Die Dekonstruktion des Alltags

Er zeichnet und malt, liebt Cervelats, baut Skulpturen, und den Coverphotos schöner Models treibt er schon einmal Finger durch die Wangen. Beni Bischof weiss: das Leben ist kein Ponyhof. Aber als Spielwiese taugt es ausgezeichnet.

Der Ausverkauf von London

Der Ausverkauf von London

«Bumm!» statt Boom: der britische Schriftsteller John Lanchester hat einen Bestseller über die Finanzkrise geschrieben. Statt auf Zahlen und Fakten setzt er auf literarisierte Einzelschicksale und zeigt: Nichts ist mehr sicher. Auch dort nicht, wo es Geld regnet.

Nur Sender kann man orten

Nur Sender kann man orten

Seit über 40 Jahren verwebt der Appenzeller Hans Ruedi Fricker Kunst und Leben. Er gestaltet Briefumschläge, bringt Kunst ins Altersheim, zur Landsgemeinde und in den Alpstein. Er bespielt den öffentlichen wie den virtuellen Raum. Ein Gespräch mit einem Schweizer Pionier der Netzwerkkunst.

Netz

EmsigeBiene11.55: Hallo alle! Um ein Haar wär’s heut wieder zum GAU gekommen! Bin der Naturkatastrophe aber nochmals entflogen: Mit zwei Beinen im sicheren Tod, konnt’ ich mich mit den andern grad noch wegstrampeln, ohne zerfressen zu werden. Was Wunder, droht uns das Ende! Jemand ne Ahnung, wann die

Bahnhof

Bahnhof

Uzwil – Die Ostschweiz versteht die Welt nicht mehr. Vergangenen Montagabend, ein Heer arbeitsamer Menschen wartete eben auf seine Beförderung, raste der Regio-Thurbo 3475, Herkunft Wil, Destination Mörschwil, fahrplanmässige Einfahrt 17.37, ohne seine Geschwindigkeit zu drosseln, am Bahnhof Uzwil vorbei, liess auch Flawil rechts liegen, ratterte rastlos durch Gossau

Ausverkauf der Philosophen

TAG: 7 ZEIT: kurz vor St. Nimmerlein, also frühestens am Ende unseres Jahrhunderts ORT: im unplatonischen Ideenhimmel des Verfassers, wo Gott und sein Sohn ihren philosophischen Kramladen entrümpeln

Kamin

Kamin, -e, m oder s (schweizerisch), helvetisiert Cheminée [min]. Dem Deutschen unnötigerweise aufgedrängter Latinismus resp. Franzismus, der das gotischstämmige Wort Esse hat vergessen lassen und als zweitsilbenbetonter Fremdling seit Simplicissimus’ Zeiten neben Kakadus (›Haubenpapageien) und Kanapees (›Lotterbetten) vom Komfort camoufliert klandestin in unserer Sprachlandschaft kampiert. K.e dienen heiligen Nikoläusen

Ausverkauf der Philosophen

Tag: 6 ZEIT: kurz vor St. Nimmerlein, also frühestens am Ende unseres Jahrhunderts ORT: im unplatonischen Ideenhimmel des Verfassers, wo Gott und sein Sohn ihren philosophischen Kramladen entrümpeln JESUS: Vater mein, wo bleiben denn die Sprachanalytiker? Du weisst schon: Frege, Moore, Russell, Ryle… GOTT: Sie haben meiner Sache zwar nicht