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Dossier

(2) «Wir haben einen Sympathiebonus»

Robert Nef und Marianne Kleiner diskutieren über Appenzellerland. Aussen wirkt die Region traditionell, doch kleine Gemeinschaften überleben nur durch Anpassung an neue Situationen, ohne ihre Eigenheiten zu verlieren. Ein Gedankenaustausch zweier Appenzeller über ihre Heimat.

(3) Wie die Kleinen die Grossen überholen

Die Kleinkantone nutzen ihre Chance. Mit attraktiven steuerlichen Rahmenbedingungen locken sie neue Unternehmen, kurbeln das Wirtschaftswachstum an und stoppen die Abwanderung. Die grossen Kantone müssen aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen geraten.

(4) Der Riss zwischen Alltag und Brauchtum

Traditionen sind den Appenzellern lieb, und darum möchten sie ihre Bräuche für alle Ewigkeit bewahren. Trotzdem hat sich das Brauchtum im Lauf der Zeit gewandelt. Auch wenn die Werbewirksamkeit überlieferter Rituale und Trachten punktuell ausgenützt wird, ist es noch nicht zum Schaulaufen verkommen.

(5) Appenzellermusik zwischen Tradition und Innovation

«Das Feuer, nicht die Asche bewahren» ist der Leitsatz des Zentrums für Appenzellische Volksmusik. In der Appenzellermusik prallen heute experimentelle Stücke, die Suche nach neuen Wegen und aller- hand Fantasien auf Traditionelles: ein Schmelztiegel, der das Musizieren belebt.

(6) Von der freien Kunst des Heilens

«Die freie Heiltätigkeit ist gewährleistet» – mit diesem Passus der geltenden Kantonsverfassung bekennt sich Appenzell Ausserrhoden zu einer liberalen Tradition, die bis vor kurzem noch in der Schweiz als Kuriosum und Relikt galt.

(7) Die Zellweger und das Wirtschaftswunder

Appenzell Ausserrhoden stand lange im Schatten St. Gallens. Im 18. Jahrhundert übernahmen die Appenzeller die Textilproduktion. Die Zellweger-Familie war die führende Kaufmannsfamilie und prägte über Generationen die schweizerische Wirtschaftsgeschichte.

(8) Bundesbahnfreies Hoheitsgebiet

Durch das Appenzellerland führt keine Nationalstrasse. Und keine Bundesbahn. Wie der öffentliche Verkehr auszusehen hat, bestimmen die Appenzeller selbst. Für die Wahrung ihrer Autonomie bleiben sie freilich auf Bundesgelder angewiesen.

(9) Erlebtes Appenzellerland

Urnäsch A.Rh. verwirklichte mit der Schweizer Reisekasse ein Feriendorf, das ursprünglich als regionale Wirtschaftsförderung gedacht war. Es entwickelte sich zum erfolgreichen Modell für moderne Feriensiedlungen im ländlichen Raum – die Perspektive des Gemeindepräsidenten.

(10) Das «Häämetli» als Urzelle der Gemeinschaft

Während es andernorts zu zünftisch und gewerkschaftlich immer stärker regulierten und damit krisenanfälligeren Formen der Arbeitsteilung kam, haben sich die nonzentralen Strukturen des Appenzellerlandes als erstaunlich robust erwiesen. Sie sind kein Relikt, sondern weisen in die Zukunft.

(0) Auftakt

Unter welchen Umständen könnte es uns allen besser gehen, durch welche politischen und wirtschaftlichen Systeme könnte Wohlergehen und Wohlstand aller gehoben werden? Das ist der Kern, um den sich die meisten politischen Diskussionen drehen. Die Frage ist knapp formuliert, doch das heisst nicht, dass die Antwort ebenfalls knapp sein könnte.

(3) Warum Globalisierung Vielfalt schafft

Differenzierung und Vielfalt – und nicht Vereinheit-lichung und Verflachung sind Ausdruck der weltumspannenden Märkte. Die Strategie eines inter-nationalen Nahrungsmittelunternehmens zeigt, dass eine Produktausrichtung auf lokale Bedürfnisse ebenso notwendig wie erfolgreich ist.

Der Nutzen des Marktes für die Moral

Der Konsument bestimmt zunehmend, was auf dem Markt passiert. Globalisierung führt nicht zwangsläufig zu Moralverlust. Wohlstand und Bildung ermöglichen neue ethische Standards, die Produktauswahl und Herstellung beeinflussen.

(6) «So entstehen Illusionen»

Kapitalismuskritiker haben in Krisenzeiten Hoch-konjunktur. Doch greift ihre Systemkritik zu kurz. Die grossen Finanzkrisen sind nicht systemimmanent, sondern politisch fabriziert. Falsche Anreize erzeugen gefährliche Spekulationen. René Scheu im Gespräch mit Konrad Hummler