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Dossier: «Hingehen? Die Festivalisierung der Kultur»

Standortmarketing, Wohlfühlveranstaltung, Publikumsmagnet: Kulturpessimisten schmähen Festivals als schrille Totenfeier des Wahren, Schönen und Guten. Die Kulturoptimisten hingegen beklatschen sie als einmalige Gelegenheit, Geist und Masse zusammentreffen zu lassen.

(0) Auftakt

Wandern in Heidiland und Skifahren in St. Moritz. Dass dies sommers wie winters Touristen anzieht, weiss jedes Kind. Doch vergessen wir nicht die Festivals! «Die Zahl der Veranstaltungen ist erstaunlich, die Vielfalt verblüffend», wirbt (darob offenbar selbst überrascht) Schweiz Tourismus, die nationale Marketing- und Verkaufsorganisation für das Reise-, Ferien- und

(1) Wer braucht sie, wer will sie, wer bezahlt sie?

Der Blick in den sommerlichen Veranstaltungskalender zeigt statt der erwarteten Flaute ein verlockendes Angebot an Festivals. Was für die traditionellen Institutionen, die Opern- und Theaterhäuser Sommerpause bedeutet, ist für die Festivals Hochsaison. Festivals sind aus dem sommerlichen Kulturkalender nicht mehr wegzudenken. Das Publikum geniesst die lauen Sommerabende an Festivals, von

(4) Romanze am Golf

Was passiert, wenn der Westen und der Mittlere Osten, ein Kulturmanager aus Basel und ein Bauherr aus Dubai zusammentreffen? Entsteht Kunst oder Kitsch, Kultur oder Kommerz? Ein Erfahrungsbericht.

(5) Der Allesfresser

Wer besucht die Festivals? Jeder, der die Mischung von Stilen, Gattungen und Niveaus zu schätzen weiss. Und der Buntes und Widersprüchliches geniesst.

(6) Fest, Festspiel, Festival

Manifestation des Volkswillens, Inszenierung nationaler Ideologie, Marketing für Städte und Regionen. Ein geschichtlicher Abriss von der höfischen Fest- bis zur aktuellen Eventkultur.