Dossier: «City-State»
«Metropolitanregion» klingt für ein kleines Land wie die Schweiz zu grossspurig. «Stadt Schweiz» passt auch nicht. Also nähern wir uns den aktuellen Schweizer Gesellschaftsstrukturen einmal über den Begriff «City State».
(1) Die Schweiz ist eine Stadt
Die Schweiz eine Stadt? Die Frage ist inzwischen durch die Entwicklung beantwortet worden. Für die Politik geht es nun darum, die Realität zu sehen, sie zu akzeptieren, mit ihr umzugehen und sie mitzugestalten, statt sich verbissen gegen sie zu stemmen.
(2) Die Schweiz als «City-State»
Die Vision einer global orientierten, urban organisierten und liberal ausgerichteten Schweiz als «City-State» ausserhalb der EU ist in den Medien zum Teil scharf kritisiert, aber auch gehörig missverstanden worden. Präzisierungen und Klärungen von Konrad Hummler; die Fragen stellte Robert Nef.
(3) Weniger Staat, mehr Stadt
Die Idee des «City-State» verbindet Stadt und Staat auf komplexe, teils widersprüchliche Weise. Konrad Hummlers Vision vom «City-State Schweiz» als Alternative zum EU-Beitritt erscheint zukunftstauglich, wirft aber weitergehende Fragen auf.
(4) Grenzüberschreitende Landschaften
Die klassische Stadt verschwindet aus der Schweiz. 140 Architekturstudenten dokumentierten stattdessen Metropolitanregionen, Städtenetze, stille Zonen und alpine Resorts in «Die Schweiz. Ein städtebauliches Porträt». Ein Bericht eines begeisterten Lesers.
(5) Gravitationsräume der Wirtschaft
Bisher kaum zur Kenntnis genommen, haben neue Kommunikations- und Vernetzungsmuster eine neue räumliche Hierarchie entstehen lassen. Die Idee der «dezentralen Konzentration» ist von der Entwicklung überholt worden: In der Schweiz sind zwei grenzübergreifende Metropolregionen entstanden.
(6) Von der Staatenwelt zum Städtenetzwerk
Nationale Wirtschaftsräume verlieren an Einfluss; an ihre Stelle treten global vernetzte Metropolregionen – nicht nur in den Industriestaaten, sondern auch in den Schwellenländern. Ein Überblick über die unterschiedlichen Entwicklungspfade von Shangai, São Paulo, Mumbai und Johannesburg.
(7) Konfuzianische Stadtrepubliken mit britischem Erbe
Singapur und Hongkong stiegen vom zerstörten Kriegsgebiet zu globalen Handels- und Finanzzentren auf. Entscheidend waren ihre strategische Lage, starke Rechtsstaatlichkeit und kompakte Grösse.
(8) Sonderfall London
Die Stadtregion London versucht kommunale Demokratie mit den Erfordernissen des Managements einer global vernetzten Metropole zu verbinden. Die gegenwärtige Lösung vermag nicht zu befriedigen.
(9) Frieden durch Freihandel
Demokratie, wirtschaftliche Verflechtung und die Abwesenheit einer dominierenden Grossmacht haben Europa mehr befriedet als politische Integration. Die Schweiz zeigt, dass enge wirtschaftliche Verflechtung mit europäischen Nachbarländern auch ohne EU-Mitgliedschaft möglich ist.