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Aktuelles

(4) Natürlich unnatürlich

Häufig unterstellt, doch selten definiert. Eine Frage des Gefühls, der Gewohnheit, der Mode oder der Ideologie. Manche leben es, von den meisten wird es hingegen nur empfunden. Was ist das Natürliche?

(5) Noch immer Tier

Das Tier im Menschen zu zähmen, ja den Menschen ganz Geist werden zu lassen, war das Projekt des Humanismus. Es musste scheitern, da schon seine Voraussetzung falsch war: die Annahme eines Gegensatzes zwischen Mensch und Natur.

(6) Ziran: Natur und Freiheit in einem gedacht

Natur oder Freiheit – durch diesen Gegensatz wird das westlichen Denken bestimmt. «Ziran», ein Schlüsselbegriff des philosophischen Daoismus des alten China, weist einen anderen Weg. Ein Ausflug über die Grenzen unseres anthropozentrischen Naturbegriffs hinaus.

(7) Die Athletik des Sterbens

Peter Sloterdijk sieht im technischen Projekt der Todesüberwindung etwas Rührendes und Beängstigendes: Der Mensch arbeitet daran, dass nur noch sterben muss, wer will. Doch wo natürlicher Tod war, könnte menschgemachter Mord entstehen.

Die verderblichen Kräfte der Natur

John Stuart Mill, ein bedeutender englischer Moralphilosoph des 19. Jahrhunderts, sah in seinem posthumen Werk «Drei Essays über Religion» die Natur nicht als Vorbild, sondern als Gegner. Der Mensch müsse gegen sie kämpfen und sich Freiheitsspielräume erkämpfen.

Daseinsanalyse – Seelenkunde auf philosophischem Grund

Die Daseinsanalyse nimmt die psychologischen Entdeckungen Sigmund Freuds auf und interpretiert sie im Lichte von Martin Heideggers phänomenologischer «Daseinsanalytik». Sie wurde von Ludwig Binswanger und Medard Boss in unterschiedlicher Weise in den 1930er bzw. 1950er Jahren begründet.

Gnade wird nicht gegeben

Auf die «Lust, gewisse Fehler des ersten Versuchs beim zweiten Mal zu vermeiden», verweist Thomas Hürlimann bescheiden als Motiv für die Entstehung einer vollständig neuen Version seines «Einsiedler Welttheaters».

Schweizer Literatur in Kurzkritik

Es ist immer wieder zu hören, die deutschsprachige Literatur der Schweiz könne international nicht mithalten, sei uninteressant und kraftlos, hätte weder Pfiff noch Esprit, sei bestenfalls gediegen, meist jedoch belangloses Mittelmass, manches zwar nett zu lesen, das meiste jedoch schnell wieder…

Jean-Jacques Rousseau – «Dénaturer l’homme»

Es gibt viele Wege, die Werke von Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) zu deuten. Die Befürworter und Gegner der Französischen Revolution, der romantischen Bewegung, des Sozialismus, des Faschismus, des Kommunismus, der liberalen Demokratie – alle haben sie mitunter auch den grossen Genfer vor den eigenen Karren gespannt. Selbst Fidel Castro hat

Vorschau

Vorschau

Die nächste Ausgabe Das Dossier der Ausgabe Juli/August 2007 gilt dem Thema «Aargau – ein Kanton auf Überholspur». Gast in der Galerie ist der Aargauer Künstler Beat Zoderer.

Ungezügelte Sentimentalität – Schade!

Was ist literarischer Kitsch? Man bezeichne damit Texte, so erklärte es der Germanist Helmut Kreuzer, die von den «dominierenden Geschmacksträgern» einer Zeit «ästhetisch diskriminiert werden». Folgen wir dieser Bestimmung, dann ist «Lea», das neue Buch von Pascal Mercier, zweifellos kitschig. Denn führende Geschmacksträger der Gegenwart haben vor ihm bereits gewarnt.

Lesen oder Sex?: das Büchlein fürs Bett

Am besten liest man dieses Büchlein im Bett. Es lastet nicht auf den Rippen und verschlägt nicht den Atem vor revolutionärer Inbrunst. Der Titel, der nach politischer Gärung und Krawall tönt, ist einem der versammelten Texte entnommen, liegt dem Buch aber so eng an wie «Velofahren in China». Hingegen sitzt

«Die alte Schweiz, mit Respekt zu nennen«

Wer emigriert schon gerne? Deswegen ist die Beziehung von Emigranten zum Land ihres Exils meistens ambivalent. Ohnehin tut es niemand freiwillig. Drastische Beispiele haben untern anderem die beiden Häupter der «Kritischen Theorie», Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, geliefert. Noch während sie mit dem emigrierten «Institut für Sozialforschung» in den

Auch keine Currywurst

Es muss nicht immer Kaviar sein, wusste schon Johannes Mario Simmel. Manchmal tut’s auch eine Currywurst. Die ist in der Welt der Feinschmecker das, was der Kriminalroman in der Literatur ist: im besten Fall eine deftige Gaumenfreude für den ansonsten äusserst verfeinerten Geschmack, ein Kitzel der Nerven, den viele