zum Inhalt

Herzliche Grüsse von Sophie Taeuber-Arp

Postkarten und Briefe der Künstlerin an Annie und Oskar Müller-Widmann.

Sophie Taeuber-Arp, Cercles mouvementés, 1934. Gouache und Bleistift auf Papier, 26 × 35 cm. Fondazione Marguerite Arp, Locarno. Foto: Roberto Pellegrini, Bellinzona. © Scheidegger & Spiess.

Sophie Taeuber-Arp (1889‒1943) zeichnete und malte, tanzte und gestaltete, schraubte und strickte, entwarf und formte vieles, das erst lange nach ihrem Tod in gebührendem Masse anerkannt wurde. Passend zur aktuell im Kunstmuseum Basel zu sehenden Retrospektive «Gelebte Abstraktion» ist nun bei Scheidegger & Spiess ein von der Fondazione Marguerite Arp herausgegebener Band erschienen, der die erhaltene Korrespondenz der Künstlerin mit dem Basler Sammlerehepaar Annie und Oskar Müller-Widmann dokumentiert. Es handelt sich um 35 Postkarten und Briefe, die Taeuber-Arp nach Basel schickte, kundig annotiert sowie im Faksimile reproduziert. Sie zeigen, wie sich die den Kunsterwerb betreffende Ebene zwischen den beiden Ehepaaren in eine Freundschaft transformierte, während in Europa die nationalsozialistische Gewaltherrschaft voranschritt, die das Leben von Taeuber-Arp und ihrem Gatten Hans Arp in existenzielle Nöte zwang. Das macht den Austausch auch in politischer Hinsicht interessant, zumal bisweilen frappierende Bemerkungen fallen. So heisst es in einem Brief von 1934 über das in die Schweiz exilierte literarische Cabaret von Therese Giehse, Magnus Henning und Erika Mann, das von der Frontenbewegung drangsaliert wurde: «Einmal waren wir auch in der Pfeffermühle, um die so viel Lärm gemacht wurde in Zürich. Das Kabarett ist sehr typisch deutsch, nichts als Vorwürfe und Anklagen gegen die ganze Welt und wenig Humor und der war noch etwas expressionistisch verzerrt. Der Skandal, den die Front darum macht, ist absolut nur ein Vorwand. Es lohnt sich nicht. Es hat uns aber beeindruckt, wie tief Konflikte doch in Zürich schon sind.» Eingeleitet von einem Essay von Walburga Krupp und einem Vorwort von Simona Martinoli. (vsv)

Unterstützen Sie uns!

Dieser Artikel war frei zugänglich – ermöglichen Sie mit einer Spende den freien Zugang für alle.

Jetzt spenden

Aktuelles

Dem Staat den Speck abschneiden

Dem Staat den Speck abschneiden

Die Schweizer Schuldenbremse, die dieses Jahr 25 Jahre alt wird, ist ein Erfolgsmodell. Doch dieses hat Löcher bekommen. Es braucht eine radikale Generalüberholung, die der Bürokratie das Wasser abgräbt.

Der Irrglaube von DEI

Der Irrglaube von DEI

Toleranz lässt sich nicht verordnen. Wenn Regierungen Vielfalt und Inklusion per Dekret erzwingen, erzeugen sie genau jene Gegenreaktion, die sie eigentlich verhindern wollten. Die bessere Antwort ist Überzeugungsarbeit.