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Robert Nef

ist Publizist und lebt in St. Gallen. Von 1991 bis 2008 war er Redaktor und Mitherausgeber des «Schweizer Monats».

(0) Auftakt

Die deutsche Sprache verwendet für finanzielle Verpflichtungen und für moralische Defizite dasselbe Wort: Schuld. Die Sprache, die oft intelligenter ist als jene, die sie spontan benützen, signalisiert, dass Verschuldung, sowohl für Private als auch für Staaten, nicht problemlos ist, obwohl sie in einer arbeitsteiligen, technisch zivilisierten, kapitalistisch vernetzten Welt zur

(0) Auftakt

Das Erlebnis der Knappheit gehört zur condition humaine. Eine wachsende Weltbevölkerung ist mit der Endlichkeit natürlicher Ressourcen konfrontiert. Der Kampf um knappe, begehrenswerte und deshalb wertvolle Güter, seien es Rohstoffe, Naturprodukte oder Artefakte, ist ein Leitmotiv der Menschheitsgeschichte. Zur condition globale gehört es, dass natürliche Ressourcen auf der Erdkugel sehr

(8) Ressourcen – bewirtschaften statt rationieren

Nachhaltige Ressourcennutzung basiert auf drei Weltbildern: dem theozentristischen (Welt als Gottes Schöpfung), dem physiozentrischen (Welt als Naturereignis) und dem anthropozentrischen (Welt als menschlicher Lebensraum).

Editorial

Wilhelm Röpke, der in den Schweizer Monatsheften zwischen 1942 und 1965 über 30 Artikel publizierte, warnte schon bei der Unterzeichnung der Römer Verträge vor 50 Jahren vor der Idee eines nach innen harmonisierten und gegenüber Nichtmitgliedern defensiven Binnenmarktes. Zwei Kommentare dieser Ausgabe befassen sich mit dem von der EU angestrebten

(0) Volkswille und Sachverstand

Politik als Sache aller oder Expertokratie? Sollen uns Fachleute reagieren? Der Begriff «Expertokratie» weckt zunächst einmal negative Assoziationen und wird als abschreckendes Gegenmodell zum Mehrheitsprinzip in der Demokratie wahrgenommen. Eine Gesellschaft, die auf den Einbezug von Fachwissen in die Entscheidungsbildung grundsätzlich verzichtet, riskiert jedoch katastrophale Fehlentwicklungen und Fehlinvestitionen. Experten sind

(0) Scheitern ist nicht strafbar

Der Begriff des Scheiterns (ursprünglich «Schiffbruch erleiden») entstammt weder der Ökonomie noch der Rechtswissenschaft. Er weckt zunächst philosophische und psychologische Assoziationen. Das Bild des untergehenden Schiffs ist aber vielsagend, denn beim Untergang eines wirtschaftlichen Unternehmens sind in der Regel, wie beim Scheitern eines Schiffes, mehrere Personen involviert, als Beteiligte und

(6) Schnittstellen der Verantwortlichkeit

Wo Konkurrenz herrscht, gibt es auch Konkurse. Die sprachliche Verwandtschaft beider Begriffe ist kein Zufall, sondern deutet auf innere Zusammenhänge hin, deren vielfältige Schnittstellen Gegenstand dieses Beitrags sind.

Editorial

Man soll zwar das Beste hoffen, aber auf das Schlimmste gefasst sein, so lautet eine angelsächsische Lebensweisheit. Aus demselben Kulturkreis stammt die Formel «No risk, no fun», bei Jugendlichen beliebt, aber als Lebensmotto und Unternehmensphilosophie nicht ganz ungefährlich. In der Militärstrategie gilt es als Kunstfehler, sich ausschliesslich auf die wahrscheinlichsten

Editorial

«City-State Schweiz». Warum ein Anglizismus, wenn es um die Umschreibung einer Zukunftsvision geht? «Stadtstaat» ist historisch besetzt durch Städte wie Venedig, Florenz oder die griechische Polis. «Metropolitanregion» klingt für ein kleines Land wie die Schweiz zu grossspurig. «Stadt Schweiz» passt auch nicht; fliegt man über die Schweiz, dann sieht

(3) Weniger Staat, mehr Stadt

Die Idee des «City-State» verbindet Stadt und Staat auf komplexe, teils widersprüchliche Weise. Konrad Hummlers Vision vom «City-State Schweiz» als Alternative zum EU-Beitritt erscheint zukunftstauglich, wirft aber weitergehende Fragen auf.

(0) Kulturförderung

Ovid hat jenes goldene Zeitalter besungen, in dem die Menschen spontan und ohne Gesetze Treu und Redlichkeit übten und in dem «bewirtschaften» und «kultivieren» noch mit demselben Wort «colere» bezeichnet werden konnten, von dem auch «cultura» abgeleitet ist. Heute erscheinen Wirtschaft und Kultur im öffentlichen Bewusstsein oft sogar als Gegensätze,