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Weibliche Führungskräfte verzweifelt gesucht

In Schweizer Konzernführungen werden mehr Frauen berufen – sie gehen aber auch schneller wieder.

Margit Osterloh und Nicola Plain, fotografiert von Selina Seiler.

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In unserem neuen Podcast «Macher & Denker» wies die Ökonomin Margit Osterloh kürzlich auf eine unbeabsichtigte Nebenwirkung von Frauenquoten in Führungsgremien hin. Mit Verweis auf Deutschland sagte sie: «Ein Ergebnis solcher Quoten ist, dass Frauen eine halb so lange Verweildauer in Geschäftsleitungspositionen haben wie Männer.»

Der jüngste Bericht des Personalvermittlers Guido Schilling bestätigt diesen Befund für die Schweiz. Ab 2026 müssen grosse Unternehmen hierzulande in ihrem Verwaltungsrat mindestens 30 Prozent Frauen haben; für die Geschäftsleitung ist eine Quote von 20 Prozent gefordert (ab 2031). Über die 100 grössten Firmen hinweg werden diese Werte bereits heute erreicht, wie der Report zeigt. Allerdings offenbart er auch, dass die durchschnittliche Verweildauer von Frauen in Geschäftsleitungen mit 3 Jahren weniger als halb so lang ist wie jene von Männern (7 Jahre).

Laut Guido Schilling ist es für Firmen noch immer eine Herausforderung, geeignete Frauen zu finden, insbesondere in höheren Hierarchiestufen. Sie greifen denn auch vermehrt auf externe Kandidatinnen zurück: 45 Prozent der weiblichen Geschäftsleitungsmitgliedern kamen von ausserhalb des Unternehmens (bei Männern sind es 36 Prozent). Auch ist der Ausländeranteil bei den Frauen höher. Der höhere Anteil von extern Berufenen könnte «ein Grund für die kürzere Verweildauer» weiblicher Geschäftsleitungsmitglieder sein, so Schilling.

Jene Frauen, die intern rekrutiert werden, stiegen bereits nach durchschnittlich 9 Jahren in die Geschäftsleitung auf (gegenüber 12 Jahren bei Männern). Auch das könnte eine Erklärung für die höhere Fluktuation sein.

Ökonomin Osterloh findet, das Phänomen müsse genauer erforscht werden. «Eine Hypothese ist, dass erfolgreiche Frauen von anderen Firmen angeworben werden, weil diese auch ihre Frauenquoten verfolgen. Eine andere Möglichkeit ist, dass solche Frauen viel zu jung in verantwortungsvolle Positionen kommen und so scheitern.» (lz)

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