Land der Verhinderer
Die ausgeprägte Mitbestimmungskultur in der Schweiz geht so weit, dass einzelne Bürger mit willkürlichen Einsprachen bereits legitimierte Projekte blockieren können. Es ist an der Zeit, die Verfahren zu beschleunigen.
Die ausgeprägte Mitbestimmungskultur in der Schweiz geht so weit, dass einzelne Bürger mit willkürlichen Einsprachen bereits legitimierte Projekte blockieren können. Es ist an der Zeit, die Verfahren zu beschleunigen.
Innovative Infrastrukturprojekte werden zunehmend unter privater Eigentümerschaft gebaut. Eine klare Aufgabenteilung zwischen Staat und Privaten mache Sinn, sagt Esther Peiner, die bei der Partners Group für den Infrastrukturbau verantwortlich ist.
Die Schweiz hat grosses Potenzial für weiteres Wachstum. Um die im politischen System angelegte Tendenz zum gleich verteilten Siedlungsbrei zu überwinden, braucht es neue Formen – die Linie, das Rechteck und die Wolke.
Die Schweiz dürfte bis 2040 auf zehn Millionen Einwohner wachsen. Damit sie eines der lebenswertesten Länder der Welt bleibt, müssen die Weichen jetzt gestellt werden.
Statt über reale und eingebildete Gräben zwischen Grossstädten und Bergdörfern zu jammern, sollten wir den Föderalismus als Chance für eine vielfältige Schweiz nutzen.
Infrastrukturen sollten die grundlegenden Bedürfnisse möglichst umweltgerecht befriedigen. Da Menschen in grosser Zahl nicht im Einklang mit der Natur leben können, müssen wir uns von ihr entkoppeln.
Seit dem 19. Jahrhundert haben uns Verkehrsmittel immer grössere Räume zugänglich gemacht. Das brachte den Menschen mehr Autonomie, aber auch neue Zwänge.
Elektroautos, Hybride, Fahrzeuge mit Brennstoffzellen oder Verbrenner mit synthetischen Treibstoffen haben spezifische Vor- und Nachteile. Im Transportsystem der Zukunft könnten die unterschiedlichen Antriebe gewinnbringend zusammenspielen.
Batterien trüben die Umweltbilanz der Elektroautos. Die europäische Industrie sollte auf die Überholspur wechseln – auch aus geopolitischen Überlegungen.
Transport Pricing kann das Verkehrsproblem lösen. Das Individuum entscheidet weiterhin, neu aber aufgrund vom Staat korrigierter Preise. Die Umsetzung ist allerdings nicht trivial.
Albert Rösti, Nationalrat und Präsident von Auto-Schweiz, kämpft für Technologieoffenheit und gegen ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Dass Städte für die Autos zugänglich bleiben, sei wichtig für die Kohäsion der Schweiz.
Nur Parkplätze verteidigen reicht nicht: Die bürgerlichen Parteien müssen in der städtischen Verkehrspolitik auf Innovationen setzen – zum Beispiel Park&Ride-Angebote oder Private-Public-Partnerships bei Grossprojekten.
Wird der Stromengpass nicht entschärft, kann der Individualverkehr nicht auf Elektro umsteigen. Die Schweiz muss wieder über Atomenergie diskutieren.
Die Verkehrsinfrastruktur wird immer stärker von der Kommunikationsinfrastruktur entlastet. Die Mobilität der Zukunft wird von Software beherrscht und angetrieben werden.
Autofahren ermöglicht Selbstbestimmung, Komfort und Lebensqualität. Fahrer müssen allerdings bewusst steuern, denn Fahrzeuge können auch gefährlich sein.
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine ruft schmerzlich in Erinnerung, dass souveräne Demokratien in der Weltgeschichte die Ausnahme sind. Eine regelbasierte Konfliktordnung durchzusetzen, wird zur grossen Herausforderung für den Westen.