Dossier: «Stiftungen. Quellen des Gemeinwohls»
Analog zum Dreisäulenprinzip, auf das sich die Altervorsorge in der Schweiz stützt, sollten sich im Bereich des kulturellen und sozialen Gemeinwohls neue Trägerschaften entwickeln. In die Lücke, die der einzelne Nachfrager nicht selbst finanzieren kann, können gemeinnützige Stiftungen springen.
(1) Die Stiftung: Eine Idee mit Tradition und Zukunft
Stiftungen haben eine lange Tradition, sind aber vielen unbekannt. Dieser Beitrag erläutert ihre wesentlichen Merkmale und zeigt praktische Konsequenzen auf, um die Grundidee des Stiftens für die Gesellschaft zu bewahren und weiterzuentwickeln.
(2) Vom Nutzen und Nachteil des Rechts für die Stiftung
Nach ersten Anläufen zu Beginn der 1990er Jahre ist das schweizerische Stiftungsrecht wieder in Bewegung geraten. Eine Revision, die neue Anreize für die Gründung von Stiftungen setzen will, ist abgeschlossen und soll in absehbarer Zeit in Kraft treten.
(3) Problematische Aspekte des schweizerischen Stiftungsrechts
In der Schweiz können Stiftungen für gemeinnützige und wirtschaftliche Zwecke gegründet werden. Diese Flexibilität ermöglicht zwar sinnvolle Spielräume, eröffnet aber auch Missbrauchspotenziale zwischen wirtschaftlichen und gemeinnützigen Zielen.
(4) Kulturwunder in der Westschweiz
Ohne die Unterstützung von Stiftungen wäre das kulturelle Leben in der Schweiz ärmer, Theater und Opernhäuser müssten den Spielbetrieb erheblich einschränken, wenn nicht einstellen. Geradezu spektakulär hat sich die Situation in der Westschweiz entwickelt, insbesondere in Lausanne.
(5) Stiftungen in Liechtenstein
Liechtensteins Stiftungen sichern dauerhaft den zweckgerechten Einsatz ihrer Mittel. Sie verbinden private und gemeinnützige Anliegen gemäss dem Stifterwillen und unterstützen oder entlasten den Staat.
(6) Zeitgemässes Stiftungsmanagement
Stiftungen stehen vor der Herausforderung, ihre Aufgaben professionell und ihrem Zweck entsprechend zu erfüllen und die Öffentlichkeit über Ziele und Aktivitäten zu informieren. Der Leitspruch für die Zukunft lautet: Mehr Transparenz und Effizienz. Mit Philipp Egger sprach Robert Nef.
(7) Macht und Kultur – Potentaten als Mäzene
Mäzenatentum spielt sich seit je im Spannungsfeld politischer, ökonomischer und kultureller Potentaten ab. Auch in der grundsätzlich machtskeptischen Demokratie braucht es die wirtschaftlichen Potentaten als Mäzene. «Weg vom Staat» heisst nicht weniger, sondern freiwillig mehr für anderes zahlen.