Ashraf Hassan, Dozent für die arabische Sprache am Institut für Studien zum Nahen Osten und zu muslimischen Gesellschaften der Uni Bern, hat das brutalste antisemitische Massaker seit 1945 online als «vorzeitiges Geburtstagsgeschenk» bezeichnet. Seine Lebensgefährtin Serena Tolino, als Juniorprofessorin für Islamwissenschaft ganz zufällig auch seine Chefin, findet das nicht der Rede wert. Die Überraschung, mit der die hiesige Öffentlichkeit auf den wissenschaftspolitischen Skandal reagiert, ist hier die eigentliche Überraschung. Jahrelang haben vor allem Nachwuchswissenschafter auf den antizionistischen Konsens in Uni-Fächern hingewiesen, die das Wort «Studies» im Namen führen, und sind dafür auf diverse Weisen diffamiert und aus den Hochschulen gedrängt worden. Nun aber hat die Universität Bern gehandelt: Sie hat Ashraf Hassan «aufgrund des untolerierbaren Verhaltens und des damit einhergehenden Vertrauensverlusts» fristlos gekündigt. Zudem wurde eine umfassende Adminstrativuntersuchung eingeleitet und Serena Tolino bis zu deren Abschluss von ihren Aufgaben als Co-Institutsdirektorin entbunden. (vsv)
So eine antisemitische Überraschung aber auch!
Unterstützen Sie uns!
Aktuelles
Why People Replace Religion with Politics
Author and former CIA analyst Martin Gurri argues that the premises of the Enlightenment have collapsed. In conversation with Lukas Leuzinger, he talks about the consequences for democracy and why AI doom scenarios are overblown.
Die Emanzipation hat den Frauen alles gebracht – nur nicht das Glück
Frauen haben so viele Möglichkeiten wie noch nie. Zugleich scheinen sie überfordert. Das liegt daran, dass die Frauenbewegung ideologisch instrumentalisiert worden ist.
Trump: Kapitalistischer Held oder etatistischer Gauner?
Die Zwischenwahlen in den USA sind eine Weichenstellung für das Land. Giuseppe Gracia zieht eine positive Bilanz der Präsidentschaft von Donald Trump. Lukas Leuzinger sieht in ihm einen Antipoden des klassischen Konservatismus.
Die neuen Brandstifter und die Feigheit des Rechtsstaats
In Frankreich, Deutschland, Italien und nun auch in der Schweiz brennt es auf der Strasse. Die Täter rechnen nicht mit Konsequenzen, die Öffentlichkeit fürchtet die Ursachen.