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Thomas Sprecher

Jurist und Germanist, Partner der Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey in Zürich. Bis 2019 Präsident des Verwaltungsrats der SMH Verlag AG. Autor von «Schweizer Monat 1921–2012. Eine Geschichte der…

Frauen mit Bärten leben riskant

Die Schaulust war gross. Millionen begehrten Einlass, denn auf den Jahrmärkten und Showbühnen des 19. Jahrhunderts wurde alles gezeigt, was kurios und tierisch war: Zwerge und Riesen, siamesische Zwillinge, Elefanten- und Löwenmenschen. Keine Monstrosität aber schlug die Zuschauer dermassen in Bann wie die «Affenfrauen»: weibliche Wesen mit animalischer Behaarung, die

Lasst uns Spass haben, solange wir leben

Stiftungen sind meist auf Dauer angelegt, doch Verbrauchsstiftungen bieten eine Alternative: Sie geben das Vermögen in absehbarer Zeit aus, vermeiden Verkalkung und ermöglichen dem Stifter, seine Vision noch zu Lebzeiten verwirklicht zu sehen.

Rauf auf den Säntis, am besten mit Buch

Rainer Stöckli versammelt in einer «Zirkumspektion» rund 100 Texte, die sich alle dem Säntis und dem Alpstein widmen. Sein Buch bezeugt eine erstaunliche Fülle einschlägiger Äusserungen, als Gedicht und Prosazitat, in Hochdeutsch und Mundart. Wiedergedrucktes findet sich neben bisher Unpubliziertem. Der Vielstimmigkeit entspricht, dass sich unter den Autoren grosse Namen

Peter Stirner in Schilten

«Ein Leben», sagte der alte Thomas Mann mit Blick auf Heinrich Kleist, «braucht nicht 80 Jahre zu währen, um auf seine Art voll bestanden und siegreich vollendet zu sein». Und so war Hermann Burgers Suizid mit einer Überdosis Schlaftabletten am 28. Februar 1989 seltsam konsequent. Denn Todes- und Selbstmordthemen durchziehen

Immerhin wird stimmig gestorben

Der Roman stellt sich in die Nachfolge von Meinrad Inglins «Schweizerspiegel», der ebenfalls mit dem Besuch des deutschen Kaisers in Zürich anhebt, und Kurt Guggenheims «Alles in allem»: ein Epochenroman als Familienroman. «Das Gute» berichtet über mehrere Generationen der mittelständischen Zürcher Familie Frauenlob, und anhand ihres Bildes von der Geschichte

Ein-Satz-Bilder, Ein-Bild-Sätze

Der Zürcher Autor Peter K. Wehrli, so die Legende dieses Buchs, soll vor vierzig Jahren auf einer Reise den Fotoapparat veragessen haben, was ihn animierte und zwang, mit der Sprache zu fotografieren. Er machte Ein-Sätze-Bilder mit Titelwort. Darin liegt der Clou: ein Bild, ein Satz; ein Satz, ein

Widmers achter Schöpfungstag

Urs Widmer: «Valentin Lustigs Pilgerreise. Bericht eines Spaziergangs durch 33 seiner Gemälde. Mit Briefen des Malers an den Verfasser». Zürich: Diogenes, 2008. Valentin Lustig, hat sich da ein Urs Widmer einfallen lassen, heisse der Malermeister, und am Ende des Buchs gibt’s sogar ein Foto von ihm, zusammen mit dem

In die Schelmerei mit vollem Mieder

Margrit Schriber: «Die falsche Herrin». Zürich: Nagel & Kimche, 2008. Haut wie Milch hat sie und ein volles Mieder. Beim Reden singt sie. Ihre Erscheinung lässt die Männer nicht kalt. Aber sie ist auch widerborstig, unbelehrbar, ohne Scham noch Reue. Diese Frau fällt aus der Norm. Die Muotatalerin Anna Maria

Es klopft

Der Mittelstands-Ehemann, kein Mörder Der Titel wäre von gerissener Simplizität. Wer klopft, könnte immer schon jener sein, auf den wir ein Leben lang warten. Hier aber ist es Eros, der sich ankündigt. Es klopft eine fremde Frau. Zuerst ans Zugfenster. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt hinter der Scheibe ignoriert

Der Kreislauf von Achtung und Ächtung

Am 2. Oktober 2001 stellte Swissair den Flugbetrieb ein. Fünf Jahre später sprach das Bezirksgericht Bülach die Manager frei, darunter Eric Honegger, damaliger Verwaltungsratspräsident der SAirGroup. In seinem Buch «Erinnerungs-Prozess» beschreibt er diese Zeit vom Grounding bis zum Urteil.

Lesen oder Sex?: das Büchlein fürs Bett

Am besten liest man dieses Büchlein im Bett. Es lastet nicht auf den Rippen und verschlägt nicht den Atem vor revolutionärer Inbrunst. Der Titel, der nach politischer Gärung und Krawall tönt, ist einem der versammelten Texte entnommen, liegt dem Buch aber so eng an wie «Velofahren in China». Hingegen sitzt

Das Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich

Das Thomas-Mann-Archiv in Zürich feiert sein fünfzigjähriges Bestehen. Beim Jubiläumskongress «Thomas Mann in der Weltliteratur» würdigten Gäste den Dichter als Kosmopoliten. Nach einem Überblick zur Geschichte des Archivs folgen zwei gekürzte Vorträge.