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Joachim Feldmann

Ins Glück trotz dickem Hintern

Katharina Wille-Gut: «Der Name der Hose». Oberhofen: Zytglogge, 2008. Niemand, der Brian De Palmas Filmadaption von Stephen Kings Horrorklassiker «Carrie» gesehen hat, wird je vergessen, was ein geschmackloser Scherz auf einer Schulfeier in der Seele eines weiblichen Teenagers anrichten kann. Über die 14jährige Eveline ergiesst sich zwar kein Eimer

Im Unklaren mit Grossmutters Vergangenheit

Die alte Dame ist ebenso eigensinnig wie willensstark. Lange hat sie sich bemüht, auch vor sich selbst die ersten Anzeichen einer sich ankündigenden Demenz zu verbergen. Erst als ihre Enkelin sich dazu durchringt, in drastischen Worten auf die abnehmende Hygiene im Haushalt hinzuweisen, beschliesst sie, in ein Heim umzuziehen. Ihr

Im Dada mit Wachtmeister Studer

Zürich, Bahnhofstrasse 19. Hier eröffnen Tristan Tzara und Hugo Ball im März 1917 die Galerie Dada, in der Absicht, so Ball, «eine kleine Gesellschaft von Menschen zu bilden, die sich gegenseitig stützen und kultivieren». Einer dieser Menschen ist ein 21jähriger Chemiestudent, der sich Clauser nennt. Balls Lebensgefährtin Emmy Hennings hat

Rechtshänder, rechtsextrem

«Kurt Maar war zwar Rechtshänder, aber Nora war überzeugt, dass er statt selber morden eher morden liesse.» Nun ist dieser Satz, den wir auf Seite 91 des Psychothrillers «Stumme Schuld» der 1963 in Zürich geborenen Autorin Mitra Devi lesen dürfen, zwar grammatisch ziemlich fragwürdig, seine inhaltliche Berechtigung aber lässt sich

Wir spielen immer…

Der Zug nach Bukarest hält auf freiem Feld, weil jemand den Lokführer bestochen hat. Denn die meisten Reisenden wollen nicht bis in die Hauptstadt des seit kurzer Zeit kommunistischen Rumänien weiterfahren, sie wollen zum «Heiligen», einem Wundertäter, der sie von ihren Gebrechen erlösen soll. Später, so erfahren wir von der

Saubere Wäsche

Zwei Morde in Zürich… Es wird viel getrunken in diesem Kriminalroman. Vor allem Hochprozentiges. Auch Johanna di Napoli, ehemals Übersetzerin und jetzt Wachtmeisterin bei der Zürcher Stadtpolizei, greift gerne zur Whiskyflasche. Als Spezialistin für häusliche Gewalt und Sexualdelikte steht sie mitten in der Kampfzone der Geschlechter. Dabei sind die Gewichte

Mindestens 777 mal zuviel

Vor sechs Jahren, so ist der Damenzeitschrift «Amica» zu entnehmen, bemächtigte sich die Langeweile des erfolgreichen Managers Rolf Dobelli. Also begann er zu schreiben und hat seitdem nicht mehr aufgehört. Nach drei Romanen liegen nun zwei Bände mit jeweils 777, mehr oder weniger einleuchtenden, Gedankensplittern vor. «Wer bin ich?» – so

…eine Leiche mit Kopfschuss

Versehen mit den besten Referenzen kommt Hansjörg Schneiders sechster Roman um den Basler Kriminalisten Peter Hunkeler ins Haus. Sogar im fernen Berlin ist man der Ansicht, es handle sich «um die besten deutschsprachigen Kriminalromane, die derzeit geschrieben werden». Und wie selten im Krimigenre scheinen sich Kritiker und Leser einig zu

Erfolg durch Schokolade, Waff en, Hustensaft…

Jeder Erfolgsgeschichte wohnt ein Moment des Scheiterns inne. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest bei der Lektüre von Alex Capus’ ebenso lehrreichem wie unterhaltsamen Buch «Patriarchen». Es versammelt zehn Portraits legendärer Firmengründer, vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, vom Schokoladefabrikanten Rudolf Lindt über den Brühwürfel-Erfi nder Julius Maggi

Kopflose Leichen

Eine der beliebtesten Figuren im zeitgenössischen Kriminalroman ist jener Typ des Serienmörders, der nicht nur über eine individuelle Methode verfügt, seine Opfer vom Leben zum Tode zu bringen, sondern darüber hinaus kryptische Botschaften hinterlässt, die dem ermittelnden Kriminalisten etwas zu knobeln geben. War ein Sherlock Holmes noch darauf angewiesen, aus