Schweizer Monat
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Von Michael Wiederstein
«Redefreiheit ist die Luft einer offenen Gesellschaft, der Lebenssaft einer Demokratie.» Timothy Garton Ash
Kurz vor Weihnachten klingelte bei mir das Telefon, Tito Tettamanti war am Apparat. Er gratulierte zur Titelgeschichte des Dezember-«Monats» und bot an, Tim Guldimann, der sich über wachsende Papierberge in und seitens der Verwaltung beschwert hatte, eine öffentliche Antwort zu schreiben. Sie finden den Brief des Tessiner Unternehmers an den Wahlberliner... » Mehr
Von Redaktion
Am Rand: die Mutigen
Vor zehn Jahren schrieb er für den «Schweizer Monat» über die Wichtigkeit von Vertrauen, vor dreien über den Wert des zivilen Engagements. Nun hat der profilierte Politikwissenschafter Markus Freitag für uns einen exklusiven Text verfasst, in dem er sich Gedanken über den Stellenwert von Mut in der hiesigen Gesellschaft macht. Er kommt zum Schluss, dass die Minderheit der Mutigen in der Schweiz an den Rand gedrängt wird von den... » Mehr
Die meisten Menschen haben ein gespaltenes Verhältnis zu Mathematik und Statistik, gleichwohl erkennen sie an, dass Zahlen eine enorme Bedeutung für unser Verständnis der Welt haben. Auch – und: vor allem – die grösste Null in Mathe sollte wissen: Zahlen machen vor allem Sinn, wenn man sie richtig interpretiert.
Von Vince Ebert
Für viele ist die Welt der Zahlen ein Buch mit sieben Siegeln. Schon der Kirchenvater Augustinus schrieb um das Jahr 400: «Hütet Euch vor den Mathematikern, denn es besteht die Gefahr, dass sie mit dem Teufel im Bunde sind.» Viele Leser werden ihm bei dem Gedanken an ihren eigenen Mathematikunterricht recht geben, dabei haben Zahlen für das Verständnis der Welt eine enorme Bedeutung.
Die Mathematik kam auf, als unsere Vorfahren zum ersten Mal erkannten, dass eine... » Mehr
Zahlen können einen genauso in die Irre führen wie Worte. Ein Mathematikolympionike verrät, wie Sie Fehlschlüssen vorbeugen können.
Von Jordan Ellenberg

Nadel im Heuhaufen? Klar ist: wer hier Bekanntschaft mit Jordan Ellenberg macht, hat die richtige Verbindung zwischen den Zahlen schon hergestellt.

Zahlen eignen sich sehr dazu, Diskussionen sofort abzuklemmen. Was will man einer Zahl entgegnen? Es gibt keine Nuancen, keinen Interpretationsspielraum. Eine Zahl ist, was sie ist. Oder?
Wenn man genau hinblickt, sind Zahlen leider nicht viel anders als Worte: Sie entfalten Macht und sie erhellen die Welt, aber sie können auch eingesetzt werden, um Schaden anzurichten. Zahlen können Sie fehlleiten – auf ganz unterschiedliche Weisen.
1. Fehlender Vergleich
«Die...
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Egal ob BIP, Inflationsrate oder Staatsverschuldung: Das Handeln von Millionen Menschen adäquat mit ein oder zwei Ziffern abgebildet zu sehen, diesem Trugschluss unterliegen viele Zeitgenossen, wenn sie die prominenten Kennzahlen der Ökonomie betrachten. Wie aussagekräftig sind sie wirklich?
Von Lars P. Feld, Michael Wiederstein

Lars Feld, Bild: Imago / IPON.

Herr Feld, wie aussagekräftig sind Ihrer Meinung nach offiziell ausgewiesene Inflationsraten?Allein und für sich genommen ist die Inflationsrate wenig aussagekräftig. Jeder Ökonom weiss: eine einzelne Kennzahl sagt Ihnen nichts, Sie müssen mehrere Kennzahlen und Indikatoren haben und diese untereinander in Beziehung setzen – möglichst sinnvoll natürlich. Es ist eigentlich wie bei allen angeblich so entscheidenden ökonomischen Kennzahlen und Indizes...
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Das irische BIP-Wunder gibt Rätsel auf
Von Lukas Rühli
26,3 Prozent. Das war die Höhe der realen Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Irland im Jahr 2015. Das BIP beschreibt die Wertschöpfung, die während eines Jahres in einem Land stattgefunden hat. Es umfasst also den Wert aller im Land produzierten Produkte und Dienstleistungen abzüglich der dafür aus dem Ausland bezogenen Vorleistungen (Importe). Seine Wachstumsrate ist eine ziemlich reale Grösse, realer zumindest als Zinsen und Inflation, müsste... » Mehr
«Total daneben», «katastrophale Vorhersagen», «überflüssig» – die mediale Kritik an den Ergebnissen der Meinungsforschung ist allgegenwärtig. Aber ist sie auch berechtigt?
Von Petra Huth

Petra Huth, photographiert von Werner Tschan.

Ob es um die Wahl des neuen US-Präsidenten, die Wahlen in Deutschland oder den Brexit geht: Umfragen im Vorfeld solch demokratischer Grossereignisse scheinen immer öfter danebenzuliegen. Für einige ist das Ende der Prognosen bereits eingetreten: Big Data, also die digitale Realvermessung des Forschungsobjektes «Bürger oder Bürgerin», ersetze zunehmend die Meinungsforschung. Massendaten seien viel aussagekräftiger, legten sie doch das reale Entscheidungs-...
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9,9

Zahl des Monats
Von Alexander Fink
9,9 Prozent aller in Deutschland geschlossenen Ehen fielen 2016 in den Dezember. Südlich des Rheins war der Dezember als Heiratsmonat deutlich weniger beliebt: In der Schweiz heirateten nur 5,3 Prozent aller Paare im letzten Monat des Jahres. In Österreich waren es sogar nur 4 Prozent. Und: in den letzten Jahrzehnten war die Verteilung stets ähnlich.
Grund für diesen signifikanten Unterschied sind nicht die bestehenden – und durchaus überschaubaren –... » Mehr
Res Publica
Von Nadine Jürgensen
Die Schweiz ist laut Global Innovation Index zum siebten Mal Innovationsweltmeisterin. Das ist erfreulich, spiegelt sich auch in vielen neuen Patenten und dürfte nicht zuletzt den hohen Investitionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung zu verdanken sein. Allerdings: beim Ease-of-Doing-Business-Indikator der Weltbank ist die Schweiz vom 11. Rang im Jahr 2004 mittlerweile auf den 33. Rang abgerutscht. Selbst der Bürokratiedschungel Deutschland rangiert immerhin an 20. Stelle. Und... » Mehr
Freie Sicht
Von Christian P. Hoffmann
Gut 200 Jahre ist es her, dass Voltaire den Ausspruch tätigte: «Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äussern dürfen.» Ein Glanzpunkt humanistischer Kultur und freiheitlicher Aufklärung in Europa. Im Jahr 2018 erwirken die deutschen Sozialdemokraten das «Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (NetzDG)» – und die schweizerischen eifern ihnen nach. Das... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Lass uns einen fremdenfeindlichen Klimaleugner mit terroristischer Vergangenheit wählen – um die Mitte-Parteien aufzuwecken....
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Antwort auf Tim Guldimanns Essay «Auf dem Holzweg» in der Dezember/Januar-Ausgabe dieser Zeitschrift.
Von Tito Tettamanti
Staatliche Stellen müssten immer ausführlicher Rechenschaft ablegen über alles, was sie tun, schreibt Nationalrat Tim Guldimann in der letzten Ausgabe des «Monats». Er plädiert für mehr Vertrauen in die Verwaltung, was zunächst einmal sehr lobenswert ist. Ich wäre sogar zu 100 Prozent einverstanden mit seiner Behauptung, wenn er sich nicht nur auf staatliche Stellen, sondern auch – und vor allem! – auf die Bürgerinnen und... » Mehr
Die heutige Dopingpolitik mit ihrer angeblichen Sorge um die Gesundheitsgefährdung von Spitzensportlern ist von Widersprüchen geprägt und möglicherweise verfassungswidrig. Eine Dopingfreigabe würde die Chancengleichheit unter den Sportlern erhöhen.
Von Thomas Rihm

Thomas Rihm, photographiert von Günter Bolzern.

Seit den 1990er Jahren gibt es fast keinen Tour-de-France-Sieger, der nie in Verbindung mit Doping gebracht wurde. Der 2001 und 2006 des Dopings überführte Sprinter Justin Gatlin sieht sich mit neuen Dopingvorwürfen konfrontiert, obwohl er seither nie positiv getestet wurde. Und jüngst wurden 25 russische Athleten für die Olympischen Spiele auf Lebenszeit gesperrt, während die übrigen an den kurz bevorstehenden Winterspielen in Südkorea nur unter neutraler...
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Flachere Berge helfen nicht
Von Lukas Rühli
Im Radsport hört man permanent von Dopingfällen, auch die Leichtathletik ist vom Thema geprägt. Dagegen scheint Doping im Fussball oder Tennis inexistent. Haben Fussballer und Tennisspieler also einen stärkeren moralischen Kompass?
Selbstverständlich nicht. Die Lösung ist deutlich banaler: Der komparative Vorteil des Dopens ist in Sportarten, die von monotonen, ausdauernden Tätigkeiten (Radrennsport, Langstreckenlauf, Langlauf) oder von Höchstleistung... » Mehr
Adrian Wiedmer, CEO gebana AG, Zürich
Von Michael Wiederstein

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.

Seit seinem achtzehnten Lebensjahr macht Adrian Wiedmer Biowein, und er hat einen der erfolgreichsten Unihockeyclubs der Schweiz, Alligator Malans, mitgegründet – beides, so sagt der gebürtige Bündner, als er im Sitzungszimmer der von ihm geführten gebana AG in Zürich eine Flasche Wein öffnet, habe mit seiner heutigen Arbeit zu tun: «Damals war ich ein echter Öko-Fundi. Von Unternehmen, Märkten oder Handel hielt ich nichts.» Geändert...
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Wortwechsel
Von Karen Horn
«Verstehen und verstanden werden – das ist Heimat. Heimat ist der Ort, an dem das ‹Wir› Bedeutung bekommt.»Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. Oktober 2017 zum Tag der Deutschen Einheit
 
Es ist ein schöner Begriff, bei dem einem warm wird ums Herz. Oder aber eiskalt, wenn ihn jemand missbraucht. «Heimat» mag für jeden etwas anderes sein. Aber immer ist es etwas Positives. Heimat ist dort, wo sich Menschen... » Mehr
Kurzgeschichte von Kevin Barry
Aus dem Englischen übersetzt von Peter Torberg
Mit Illustrationen von Joshua Drewe
Von Kevin Barry
Ich hatte mir tatsächlich ein altes Hotel am Fjord von Killary gekauft. Es stand direkt an der Hafenmauer. Auf der anderen Seite des Wassers erhob sich Mweelrea Mountain, darüber ein erbärmlich grauer Himmel. Es regnete an 287 Tagen im Jahr, und die Ortsansässigen neigten zu überwältigenden Stimmungsschwankungen. In der fraglichen Nacht regnete es besonders heftig – so als würde ein besonders verärgerter Himmelsgott mit aller Macht ganze Hände...
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Die ausgeprägtere Risikokultur und ihre Feinde
Von Redaktion
«Wohlstand für alle? Wir sind nah dran! Also durchbrechen wir Ängste und Blockaden mit Eigeninitiative und Mut, gestalten wir die Zukunft mit Zuversicht und Kreativität!» Jobst Wagner, Initiant Strategiedialog21


1995 forderte eine Gruppe von Wirtschaftsführern «Mut zum Aufbruch» und legte eine wirtschaftspolitische Agenda für eine offene Schweiz vor, die seinerzeit nicht nur heiss diskutiert wurde, sondern sich in der Rückschau auch als... » Mehr
Gewissenhaft, sauber, aufgeräumt: eine grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer schätzt stabile, geordnete Verhältnisse. Wie aber steht es um den Mut, wo bleibt die Risikofreude? Eine Analyse.
Von Markus Freitag

Markus Freitag, photographiert von Philipp Baer.

Nennen wir ihn Albert. Albert ist seit je als prinzipientreu, bodenständig und wenig extravagant bekannt. Durchaus auch dergestalt veranlagt, sucht er nicht unentwegt die Abwechslung, sondern bevorzugt ein strukturiertes, vorhersehbares und familiäres Umfeld. Durch Erfahrungen lernt er, dass Traditionen, Regelmässigkeiten, formale Übereinkünfte und unverrückbare Vorstellungen probate Mittel sind, um das Leben und dessen Herausforderungen zu meistern. Menschen wie...
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Vom Schweizer Pioniergeist ist nur noch in der Vergangenheitsform die Rede, das Land droht zu einem ängstlichen Verwalter des Erreichten zu werden. Es ist Zeit, sich wieder mehr zuzutrauen.
Von Andrea Gmür-Schönenberger

Andrea Gmür-Schönenberger, zvg.

Auf die Gründung der Eidgenossenschaft im Jahr 1848 und die Jahre danach fallen einige wegweisende, für unser Land prägende Ereignisse – alle in Zusammenhang mit dem Zürcher Alfred Escher, der als Eisenbahnpionier, Bankengründer und grosser Politiker in die Schweizer Geschichte eingegangen ist. Zwischen 1848/49 und den frühen 1860er Jahren realisierte Escher die Nordostbahn (1852/53) und legte mit dem eidgenössischen Polytechnikum den Grundstein für...
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Was macht den Standort Schweiz im internationalen Vergleich tatsächlich besonders? Sind wir für die Digitalisierung gewappnet? Sind wir kreativ? Hängt uns Asien ab? Ein Professor für Innovationsmanagement hat Antworten.
Von Lukas Rühli, Oliver Gassmann

Oliver Gassmann, zvg.

Herr Gassmann, Sie haben umfangreiche Forschung zum Thema Business Models betrieben. Wenn Sie Ihr Wissen auf ganze Länder übertragen müssten: Wie würden Sie dann das Geschäftsmodell der Schweiz beschreiben?Ich glaube, es gibt nicht ein Geschäftsmodell Schweiz, wie wir es bei Unternehmen definieren könnten. Aber die Schweiz verkörpert Grundwerte wie Präzision, eine starke Forschungs- und Bildungsorientierung, gepaart mit hoher Flexibilität und...
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Die zunehmende Regelungsdichte verhindert freies Handeln. Die Ursachen dafür sind vielfältig, einen Königsweg zur Eindämmung gibt es nicht. Wie reagiert das SECO?
Von Eric Scheidegger

Alles geregelt? «Sitz», «Platz» usw. müssen auf Bundesebene schon seit dem 1.1.2017 nicht mehr in einer obligatorischen Hundeausbildung gelernt werden. Bis dies im Kanton Zürich auch für Besitzer von grosswüchsigen Hunden galt, musste noch ein ganzes Jahr vergehen: erst im Januar 2018 wurde das Obligatorium für alle Zürcher Hunde abgeschafft. Bild: Imago / Döhrn.

Seit vielen Jahren wird in der Schweiz eine Regulierungsflut beklagt. Parlamentarische Vorstösse zu diesem Thema ebben nicht ab: Seit 2012 wurden über hundert Postulate, Motionen und Parlamentarische Initiativen eingereicht. Wie in einem Schwarz-Peter-Spiel wird die Verantwortung für die unbestrittenermassen zunehmende Regelung des Alltags mal der Verwaltung, mal der Regierung, mal dem Parlament zugeschoben. Ungeschoren bleibt auch die Wirtschaft nicht: zahlreiche neue Regelungen...
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Initiative ist das eine, der Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens erfordert aber mehr. Ein Gespräch über den richtigen Moment, den geeigneten Standort und den Wert von Humor im eigenen Team.
Von Michael Wiederstein, Thomas Bergen

Thomas Bergen, photographiert von Michael Wiederstein.

Herr Bergen, Sie haben getAbstract im Jahr 1999 mitgegründet – die Firma steuert auf ihr 20-Jahr-Jubiläum zu. Erinnern Sie sich noch, wie alles angefangen hat?Da muss man weit zurückgehen, weit vor die Gründung. Oft sind die Wurzeln zu Gründungen schon in der Kindheit angelegt – bei einer Firmengründung kommt es sehr auf das richtige Personal an. Bestenfalls muss man sich im Moment der Umsetzung einer Idee das Team nicht mühsam zusammensuchen,...
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Wir fragen nach
Von Redaktion
Die Unternehmer
von Christof Domeisen, CEO von Angst + Pfister und Präsident der «Unternehmergruppe Wettbewerbsfähigkeit»
«Wir meinen es nur gut», ist jeweils den Beipackzetteln zu entnehmen, wenn neue Gesetze oder Verordnungen annonciert werden. Praktisch jeden Tag kommen neue hinzu. Wir leben in einem überregulierten Land, und das macht mir das Leben als Unternehmer nicht leicht. Und trotzdem funktioniert unser Arbeitsmarkt so gut wie sonst nirgends auf... » Mehr
Wenn die Schweiz über sich und ihre Herkunft diskutiert, tut sie das immer häufiger in erschreckender Einfalt – und verbaut sich damit Teile ihrer Zukunft. Kritik eines mittlerweile ausgewanderten Mittelland-Indianers.
Von Daniel Goetsch

Daniel Goetsch, photographiert von Jannis Keil.

Im Arbeitszimmer meines Grossvaters hing ein mächtiger Bogen mit zwei Pfeilen. Das Kinderauge erkannte sofort: Das ist kein Spielzeug, das ist echt. Hinzu kam, dass mein Grossvater sich und seine Vorfahren gelegentlich als «Pieds noirs» bezeichnete und mit seinem dunklen Teint, den schwarzen Augen und markanten Gesichtszügen bestens in eine Karl-May-Kulisse passte. So stand für mich als Achtjähriger fest: Ich stamme von Schwarzfussindianern ab. Das war zwar ein...
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Die Digitalisierung hält auch für die Demokratie Erneuerungspotenzial bereit. Fünf aktuelle Entwicklungen.
Von Uwe Serdült
Bis die von Ray Kurzweil vorausgesagte Singularität, also der Zeitpunkt, an dem die künstliche Intelligenz die menschliche überholt, eintritt, sollen noch rund dreissig Jahre vergehen. Falls es so weit kommt, wäre die bisher praktizierte Demokratie so oder so ganz generell zu überdenken, nicht nur in der Schweiz. Bis dahin haben wir aber noch etwas Zeit. Wir können uns überlegen, welchen Chancen und Risiken eine halbdirekte Demokratie wie die schweizerische... » Mehr
Immer wieder erliegen Medien und Politik der Versuchung, den Erfolg über die Bewirtschaftung von Ängsten zu suchen. Statt vernachlässigbare Gefahren heraufzubeschwören, sollten sie die Bürger ermutigen, die Initiative zu ergreifen.
Von Ronnie Grob
Gewalt, Arbeitsplatzverlust, Epidemien, Pulverisierung des Mittelstands, Klimawandel, Migration – diese und andere Bedrohungen klopfen zwar nicht täglich an ihre Tür, gleichwohl haben Herr und Frau Schweizer Angst davor. Das ist nicht verwunderlich, denn diese Bedrohungen sind Hauptgegenstand der meisten Medienaufmacher. Täglich stehen die Schweiz und die Welt am Abgrund, sonst, so befürchten die Medienmacher, sinken Auflage und Quote. Dahin geführt haben sie... » Mehr
Wie die vorherrschende Vermeidungskultur überwunden werden kann. Eine Anleitung.
Von Michael Kres

Die Mutigen von gestern: Seiltänzer-Truppe Bürgler-Tonelli in Kriens, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Photograph: Baumann, Heinz / Com_C11-142-001-004 / CC BY-SA 4.0.

Das Verhalten von Menschen und Gesellschaften ist stets in den lokal vorherrschenden Annahmen begründet. Es sind gesellschaftliche Normen und Glaubenssätze, die bestimmen, woran wir uns orientieren, ob wir mutig sind oder uns mutlos verhalten. Während es in den USA vollkommen normal ist, in den Konkurs zu gehen, gilt gleiches Verhalten in der Schweiz als geächtet. Woran liegt das?
In der Schweiz gehören Understatement, Risikovermeidung und Konsens zu den...
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Ronnie Grob trifft Jean-Marc Hensch
Von Ronnie Grob

Jean-Marc Hensch, photographiert von Ronnie Grob.

Mittwochabend am «Sternen»-Grill in Zürich: Salsiccia piccante, scharfer Senf, Bürli, Bier. Jean-Marc Hensch kommt oft hierher, wenn am Abend ein kultureller Anlass ansteht; man könne am Bellevue viel entspannter rumstehen, statt in einem Restaurant ungeduldig auf den Hauptgang oder die Rechnung zu warten. Der 58jährige Chef des Verbands der digitalen Schweizer Wirtschaft, Swico, ist gerade erst zurück von einer Silicon-Valley-Reise mit Parlamentariern. Es...
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