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# 13 Fragen zum Finanzplatz
- URL: https://www.schweizermonat.ch/13-fragen-zum-finanzplatz/
- Published: 2026-09-14T04:15:31.000Z
- Updated: 2026-09-14T04:15:31.000Z
- Author: Redaktion «Schweizer Monat»
- Tags: Ausgabe: Sonderpublikation 54 – September 2026

1. **Die EFG ist in Liechtenstein tätig und Teil einer international aufgestellten Bankengruppe. Welcher Aspekt zu Liechtenstein überrascht Ihre internationale Kundschaft am meisten?**

«Dass Liechtenstein so international und innovativ ist. Viele rechnen mit einem eher lokalen Finanzplatz und erleben eine weltweit vernetzte Bank mit über 40 Standorten mit vollem Zugang zum europäischen Markt durch die EWR-Mitgliedschaft.»  
**Tobias Wehrli, CEO EFG Bank von Ernst**

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1. **Welche gemeinsame Entscheidung von Politik und Finanzbranche der letzten 20 Jahre hat den Finanzplatz stärker geprägt, als es die Öffentlichkeit realisiert?**

 «Das war der Beitritt zum EWR und dann, im Jahre 2009, der Abschied vom Denken in regulatorischen Nischen hin zu einem international anerkannten Finanzplatz. Heute geht es wieder um eine grosse Entscheidung: ob wir die technologische Transformation verwalten oder anführen.»  
**Simon Tribelhorn, Geschäftsführer Liechtensteinischer Bankenverband**

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1. **Welche Fehlannahme in der Wahrnehmung hält sich am hartnäckigsten, wenn Sie Liechtenstein und seinen Finanzplatz im Ausland positionieren?**

 «Wenigen ist bewusst, dass Liechtenstein trotz Zollunion mit der Schweiz auch EWR-Mitglied ist. Das Land verfügt damit nicht nur über den Zugang zu zwei Wirtschaftsräumen, sondern übernimmt auch die EU-Regulierungen. Damit treffen Kunden aus der EU dieselben rechtlichen Rahmenbedingungen an wie zu Hause.»  
**Geschäftsstelle Liechtenstein Finance**

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1. **Das Fürstenhaus übernimmt nicht nur eine staatstragende, sondern auch eine zentrale unternehmerische Rolle in Liechtenstein. Inwiefern widerspiegelt sich das Denken und Handeln der Fürstenfamilie in der Kultur und dem Geschäftsgebaren der LGT?**

«Der Fürstlichen Familie ist es über Jahrhunderte gelungen, ihr Vermögen zu erhalten und an die nächste Generation weiterzugeben. Diese Haltung prägt die LGT und widerspiegelt sich in unserer Kultur – im offenen, wertschätzenden Umgang, der unternehmerisches Denken fördert und kontroverse Diskussionen zulässt. Die Fürstliche Familie ist nicht nur Eigentümerin, sondern auch die grösste Kundin der LGT. So wissen wir aus langjähriger Erfahrung genau, was vermögende Familien brauchen..»  
**Roland Matt, CEO Private Banking Europe/LGT Bank AG**

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1. **Welche wenig bekannte Besonderheit des Finanzplatzes kann sich im Ausland gerade für eine unabhängige Privatbank als Ass im Ärmel erweisen?**

«Ein faktisch schuldenfreier Staat, gut kapitalisierte Banken mit risikoarmen auf Vermögensverwaltung fokussierten Geschäftsmodellen und ein integrierter Finanzplatz mit gutem Rechtsrahmen für Fonds und Stiftungen, der flexible Vermögensstrukturierungen ermöglicht, sind für uns das Ass im Ärmel.»  
**Roman Pfranger, CEO Neue Bank AG**

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1. **Wie überzeugen Sie potentielle Kunden aus Deutschland oder Österreich im Rahmen Ihrer Beratung vom Finanzplatz Liechtenstein?**

 «Liechtenstein überzeugt vermögende Familien und Unternehmer mit politischer und wirtschaftlicher Stabilität, hoher Rechtssicherheit, einem AAA-Rating sowie der konsequenten Umsetzung internationaler Transparenzstandards. Die LLB vereint diese Standortvorteile mit 165 Jahren Erfahrung und einer ganzheitlichen Beratung, die durch moderne Technologien optimal ergänzt wird..»  
**Christoph Reich, Group CEO Liechtensteiner Landesbank (LLB) AG**

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1. **Warum sind schnelle wirtschaftspolitische Entscheidungen wie in Liechtenstein in Deutschland oder in den USA kaum möglich?**

«Die kurzen Wege in unserem Land ermöglichen es, Verwaltung, Unternehmen und Politik an einen Tisch zu bringen und Lösungen zu entwickeln. Die schlanken Strukturen führen zudem dazu, dass Zuständigkeiten in der Umsetzung unmittelbar geklärt werden können, was die Geschwindigkeit zusätzlich erhöht.»  
**Dr. Maximilian Rüdisser, Geschäftsführer Liechtensteinische Industrie- und Handelskammer – LIHK**

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1. **Welche Herausforderungen ergeben sich für unabhängige Vermögensverwalter, wenn ein Finanzplatz eher klein ist?**

«Das bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Einerseits ermöglichen kurze Wege und ein enger Austausch mit Behörden und Marktteilnehmern eine ausgeprägte Kundennähe. Rund 90 Prozent unseres Geschäfts sind Cross-Border-Aktivitäten, umso wichtiger sind die Standortvorteile Liechtensteins wie die politische Stabilität, eine liberale Rechtsordnung, hohe Bonität und v.a. der duale Marktzugang zur Schweiz und zur EU.»  
**Fredy Wolfinger, Präsident Verein unabhängiger Vermögensverwalter in Liechtenstein − VuVL**

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1. **Liechtenstein führte 2020 als erstes Land der Welt ein umfassendes Blockchain-Gesetz ein. Wie kam es dazu, und wie hat die Finanzbranche diesen Vorsprung bislang nutzen können?**

«Liechtenstein machte aus seiner Grösse einen Vorteil: die kurzen Wege zwischen Politik, Aufsicht und Finanzbranche. Neue Entwicklungen liessen sich früh erkennen und in einen klaren Rechtsrahmen überführen. Für den Finanzplatz brachte dies auch einen Wissensvorsprung. Banken und andere Marktteilnehmer konnten Geschäftsmodelle rund um digitale Vermögenswerte früh entwickeln, wertvolle Erfahrungen sammeln und sich international positionieren.»  
**Edi Wögerer, CEO Bank Frick AG**

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1. **Liechtenstein hat mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Woher kommen in zwanzig Jahren die Fachkräfte, die das Land braucht? Reichen Pendler aus der Schweiz und Österreich?**

 «Das Land ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. In den kommenden zwanzig Jahren wird der Wettbewerb um Fachkräfte zunehmen, auch in der Schweiz, in Österreich und Deutschland, nämlich durch den demografischen Wandel. Die Aufgabe von Liechtenstein Marketing, unser Land als attraktiven Arbeits- und Karrierestandort zu positionieren, ist deshalb von grosser strategischer Bedeutung.»  
**Mathias Ulrich, Geschäftsführer Liechtenstein Marketing**

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1. **Wie entwickelt die VP Bank ihre Nachwuchstalente und bindet diese langfristig?**

«Wir schenken jungen Menschen früh Vertrauen und geben ihnen Gestaltungsspielraum. Wir investieren in ihre fachliche und persönliche Entwicklung und eröffnen ihnen Perspektiven über unsere verschiedenen internationalen Standorte hinweg. So entwickeln wir nicht nur Talente, sondern schaffen die Basis für eine langfristige Bindung.»  
**Urs Monstein, Group CEO VP Bank**

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1. **Welche Entwicklungen werden die Fondsindustrie in den kommenden zehn Jahren grundlegend verändern?**

«Technologische Innovationen, globale Wettbewerbsdynamiken, der demografische Wandel und der grösste Vermögenstransfer der Geschichte, das sind die wichtigsten Trends. Liechtenstein kann seine Vorteile ins Spiel bringen: regulatorische Stabilität, Zugang zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und internationale Wettbewerbsfähigkeit.»  
**Thomas Marte, Präsident LAFV − Liechtensteinischer Anlagefondsverband**

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1. **Die Bendura Bank hat eine starke Bindung zum asiatischen Markt. Inwiefern wird die Entwicklung in Asien das internationale Private Banking in den nächsten zehn Jahren verändern?**

«Die Zukunft des internationalen Private Bankings wird zunehmend in Asien mitgestaltet. Wer die asiatischen Unternehmerfamilien von heute versteht, wird die vermögenden Kunden von morgen gewinnen. Davon können insbesondere Boutique-Banken profitieren, die persönliche Betreuung mit internationaler Perspektive verbinden.»  
**Philipp Forster, CEO Bendura Bank AG**