Schweizer Monat
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Das Verschmelzen von Internet und Energienetz sorgt für beinahe kostenlosen Strom – und einen massiven Wandel.
Von Jeremy Rifkin

Jeremy Rifkin, zvg.

In den kommenden Jahrzehnten werden wir den Löwenanteil der Energie für Fahrzeuge, Heizung, Haushalt, Unternehmen und praktisch jeden Sektor der Weltwirtschaft zu nahezu null Grenzkosten erzeugen – was sie so gut wie kostenlos macht. Längst Wirklichkeit ist das für einige Millionen Früheinsteiger in Kalifornien, Australien und der Europäischen Union, die erneuerbare Energie bereits heute an der Verbrauchsstelle «ernten», d.h. in ihrer zum...
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Der Strommarkt funktioniert nicht mehr. Wie könnten wir ihn jenseits alter Ideologien neu gestalten?
Von Ivo Scherrer

Das erste Kernkraftwerk der Schweiz wurde 1969 von der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK) in Betrieb genommen. Deren Träger waren und sind die Kantone Aargau, Appenzell, Glarus, Schaffhausen, St. Gallen, Zug und Zürich sowie einige ihrer Elektrizitätswerke, heute bekannt unter dem Namen Axpo Power AG. Bild: Schaltzentrale des Atomkraftwerks Beznau kurz nach der Inbetriebnahme 1969, photographiert von Jules Vogt / ETH-Bibliothek, Bildarchiv / Com_M18-0203-0013 / CC BY-SA 4.0

Am Anfang war das Abenteuer. Private Pioniere brachten den ersten Strom in die Schweiz. Im Sommer 1879 erstrahlten die ersten Glühbirnen des Landes im Kursaal des Hotels Kulm in Sankt Moritz. Für viele Jahre blieb Strom ein Luxusgut. Doch dann begann in Europa einer der wichtigsten Feldzüge der modernen Zeit: die Elektrifizierung des Kontinents.
Heute funktioniert der europäische Strommarkt nicht mehr. Die Preise spielen verrückt, Energieunternehmen schreiben rote...
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Im Kanton Wallis zeigt sich exemplarisch, wie stark die Energiebranche mit dem Staat verbandelt ist. Ein Weg aus dem Subventionsdschungel ist nicht zu erkennen.
Von Ronnie Grob

Die 285 Meter hohe Wand des Walliser Grande-Dixence-Staudamms wurde 1954 unter Mithilfe Jean-Luc Godards, der die Erfahrung im Kurzfilm «Opération Béton» festhielt, erbaut. Bild: Grande Dixence, photographiert von der Comet Photo AG, 1973 / ETH-Bibliothek Zürich / Com_FC27-0288-008 / CC BY-SA 4.0.

Bitsch, 24. März 2017, 14.30 Uhr. Mit einem gelben Helm auf dem Kopf werde ich auf der Ladefläche eines Elektrofahrzeugs 750 Meter in den Berg gefahren. Am Ende des Stollens, der aufgrund aktiven Gesteins immer wieder neu ausbetoniert werden muss, stehen die Fahrräder der Mitarbeiter. Es öffnet sich der Blick auf eine grosse Halle, in der das eigentliche Kraftwerk Electra-Massa steht: hier wird Wasser aus dem Stausee Gibidum zu Strom gemacht. Weil das Kraftwerk noch bis in...
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Manch wirtschaftsnaher Politiker lässt sich von den Bonbons der Energiestrategie verführen. Eine langfristig vernünftige Ordnungspolitik ist aber wichtiger als kurzfristige Gewinne aus Subventionen.
Von Ronnie Grob
Wird das umfassend ausgebaute neue Energiegesetz angenommen, werden wir unser Verhalten beschränken, mehr Vorschriften befolgen und höhere Stromrechnungen bezahlen müssen. Die Folgen sind beim Pionier der «Energiewende» genannten Energie-Planwirtschaft zu besichtigen: In Deutschland fliessen 2017 insgesamt 24,2 Milliarden Euro – etwa mit diesem Betrag hat die Schweiz die NEAT gebaut – in Abgaben für erneuerbare Energien, und die Kosten für den... » Mehr
Sonderpublikation: Von der «immer engeren Union» zum «Europa der Clubs»
Von Michael Wohlgemuth
An spektakulären Ideen für die Zukunft der Europäischen Union mangelte es in den letzten Jahren nicht. Woran es haperte, war vielmehr der politische Wille, sich mit den diagnostizierten Fehljustierungen innerhalb des komplizierten Gebildes EU ernsthaft auseinanderzusetzen. Manche dieser Konstruktionsfehler haben – heute für jedermann ersichtlich – der Union, einzelnen Mitgliedsländern und der Idee des europäischen Zusammenhalts gewichtige Schäden...
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Kurzgeschichte von Alexander Weinstein
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Anna-Christin Kramer
Mit Illustrationen von Christina Baeriswyl
Von Alexander Weinstein
Eines Morgens beim Frühstück – meine Frau trinkt ihren Tee, Mika rinnt Milch übers Kinn, ich schlage vor, dass wir am Wochenende Äpfel pflücken gehen – knallt Yang plötzlich mit dem Gesicht in die Müslischüssel. Die Bewegung ist abrupt, mechanisch, und Müsli und Milch spritzen über den ganzen Tisch. Yang richtet sich wieder auf, schaut gelassen geradeaus, als wäre nichts passiert, und dann knallt er wieder mit dem Gesicht in die...
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Wenn die Polizei Menschen aufgrund ethnischer Merkmale kontrolliert, sorgt das für Empörung. Hilfreicher wäre eine ehrliche Debatte über Racial Profiling.
Von Marko Kovic

Polizeikontrolle im Genfer Les-Pâquis-Quartier, 2012. Ein Mann aus Guinea wird auf offener Strasse einer sogenannten Frisk Search unterzogen, in der die äussere Kleidung auf Waffen oder Drogen abgetastet wird. Der Mann durfte seinen Weg nach der Kontrolle fortsetzen. Bild: Didier Ruef / Visum.

Die Polizei hat den begründeten Verdacht, dass jemand kinderpornographisches Material herunterlädt. Der Computer lässt sich nicht genau identifizieren, aber das Gebäude mit dem betroffenen Internetanschluss: ein Wohnhaus mit rund 50 Mieterinnen und Mietern. Die Polizei beschliesst, in einem ersten Schritt nur die männlichen Mieter zu kontrollieren; die Frauen werden kontrolliert, falls die Kontrolle der Männer erfolglos bleibt. Ist ein solches Vorgehen...
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Die Diskussion über soziale Mobilität müsste auch eine über geographische Mobilität sein. Denn: gesellschaftliche Unbeweglichkeit wird irgendwann auch zum sozialen Risiko. In vielen Wohlfahrtsstaaten ist sie das längst.
Von Marco Salvi
In seinem kürzlich erschienenen Buch «The Complacent Class» dokumentiert der Ökonom Tyler Cowen, wie die einst sehr mobilen Amerikaner erstaunlich sesshaft geworden sind. Vorbei ist die Zeit, in der der typische amerikanische Haushalt jederzeit bereit war, sein Haus per Schwertransport den Highway hinab zu verfrachten. Die Häufigkeit der Umzüge von einem Gliedstaat zum anderen hat sich seit dem Jahr 1970 halbiert, die «Millionen von Menschen», die... » Mehr
Wie liberale Vordenker das Leistungsprinzip und die Chancengleichheit popularisierten – und so den Weg für den grössten Wohlstandszuwachs in der Menschheitsgeschichte bereiteten. Was ist übrig von diesem Erbe?
Von Detmar Doering

Detmar Doering, zvg.

Es klang fast zu schön, um wahr zu sein, aber die Botschaft wurde gerne gehört:
«Die Fälle, in denen Menschen in diesem und anderen Ländern sich selbst mittels beharrlichen Fleisses und Energie von den unbedeutendsten Stellen der Industrie zu hervorragenden Positionen von Nützlichkeit und Einfluss in der Gesellschaft hochgearbeitet haben, sind so zahlreich, dass man aufhören muss, sie als Sonderfälle zu betrachten.»1
Mit seinem heute fast in...
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Die Versprechen des Liberalismus unter der Lupe: Steigt wirklich auf, wer mehr leistet?
Von Redaktion
«Sind nicht jeder Gesellschaft Ungleichheiten inhärent – gerade der freiheitlichen, in der jeder über weite Strecken ‹seines eigenen Glückes Schmied› sein kann? Die Autoren dieses Dossiers legen den Finger bei der Beantwortung der Frage auf störende Privilegien und fehlende Chancengleichheit, die Teilen einer Gesellschaft den sozialen Aufstieg verwehren können. Das ist wichtig, denn Liberale sind aufgerufen, stets gut zu... » Mehr
Wer sich ins Zeug legt, steigt auf – das ist das Versprechen des Schweizer Bildungssystems. Stimmt das? Eine Analyse
Von Julie Falcon

Hoch oder runter? Wendeltreppe, photographiert von Bhuwan Maharjan / CC BY-SA 2.0.

Kein Talent wird verschwendet, der attraktivste Job geht an die Person mit dem meisten Talent, an jene, die am härtesten arbeitet. So ungefähr lautet das Versprechen der Meritokratie. In demokratischen Gesellschaften wird erwartet, dass das Schulsystem die Leute selektioniert und aufgrund ihrer Leistungen und ihres Könnens auf dem Arbeitsmarkt verteilt. Die Einhaltung des meritokratischen Prinzips ist – zumindest in der Theorie – grundlegend für das Funktionieren...
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Wie das Leben besser wurde - und warum es trotzdem fragil bleibt. Eine kleine Geschichte zum Fortschritt.
Von Olivia Kühni

Arbeitsalltag im Emmental, ca. 1950. Quelle: Staatsarchiv des Kantons Bern

Die Armen spinnen wie die sehr Reichen die Fäden ihres Lebens fremden Adressen entlang.
Als meine Grossmutter 23 Jahre alt war, tat sie das Ehrgeizigste, was ihr möglich war: Sie zog nach Nyon und heuerte als Hausmädchen bei einer wohlhabenden Familie an. Davor hatte sie im Zürcher Oberland Brot ausgetragen und Kaffee verkauft. Jetzt wollte sie Französisch lernen. «Ich war so wissensdurstig», sagte sie mir viele Jahrzehnte später. «Eine Lehre...
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein

Schweizer Monat / Ausgabe 1044März 2017
Von Edith Hollenstein
Das Hauptthema mit dem Titel «Viel Arbeit» finde ich sehr ansprechend. Die Frage nach den Auswirkungen der vierten Industriellen Revolution und ob damit extrem viele Jobs verloren gehen und Arbeitslosigkeit droht oder nicht, ist aktuell. Für mich überraschend kommt die Information im Anriss: Bis 2030 fehlen rund eine halbe Million Arbeitskräfte? Ich hätte spontan eher das Gegenteil... » Mehr
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