Schweizer Monat
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Die Sozialindustrie tut, was sie kann, um anerkannte Flüchtlinge in den Arbeitsprozess zu integrieren. Der Erfolg ist dennoch bescheiden. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: es fehlen die richtigen Anreize. Der Social Impact Bond könnte dem Sozialstaat auf die Sprünge helfen – und den Asylberechtigten ebenfalls.
Von Marc Baumann, Lukas Stücklin

Lukas Stücklin und Marc Baumann, photographiert von Philipp Baer.

In der Schweiz steht die grosse Mehrheit der anerkannten Asylberechtigten ohne Arbeit da. Die Erwerbsquote der Flüchtlinge, die in den letzten fünf Jahren in die Schweiz gekommen sind, beträgt gemäss Bundesamt für Migration gerade einmal 15 Prozent. Dabei geht der Erwerb nicht zwangsläufig mit dem Wegfall von Sozialhilfe einher; vielmehr wird diese oftmals ergänzend zum Teilerwerb weiterhin ausgerichtet. Dieses Faktum bedeutet – neben den sozialen...
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Die Herkunftserzählungen der heutigen Schweiz sind vielfältig, woher aber rühren sie? Was kommt heraus, wenn man sie in den zeitgenössischen politischen Diskurs übersetzt? Und: leidet die Eidgenossenschaft an einer Depression?
Von Georg Kohler, René Scheu, Philipp Gut, Michael Stauffer, Olivia Kühni, Thomas Zaugg

Napoleon und sein Heer überqueren den grossen St. Bernhard, Holzstich von C. Brabant nach F. Lix / fotolia.

René Scheu: Es geht heute um eine grosse Frage, um die Frage nach dem Selbstverständnis der Schweiz, nach dem nationalen Zusammenhalt, nach der kollektiven Identität. In der Eidgenossenschaft erzählt man sich gerne die Geschichte von der Willensnation. Will heissen: was das Land zusammenhält, ist der Wille zusammenzuhalten. Das klingt für mich ziemlich tautologisch. Georg Kohler, im Ernst, ist die Willensnation nicht bloss der bestgehütete, da bequeme Mythos...
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Carl Djerassi hat wohl mehr für die Emanzipation der Frau getan als alle anderen Forscher des 20. Jahrhunderts. Der Erfinder der «Pille» interessiert sich heute weniger für die Verhütung der Vergangenheit denn für den unbeschwerten Sex der Zukunft. Besuch bei einem Visionär, der auch noch Schriftsteller und Kunstmäzen ist.
Von Sarah Pines, Carl Djerassi

Carl Djerassi, photographiert von Karen Ostertag.

Es ist ein leicht windiger Septembermorgen in San Francisco. Vom 15. Stock des Art-Deco-Hauses im Stadtteil «Russian Hill» hat man durch eine endlose Fensterfront Aussicht auf die noch nebelverhangene Bay, die Golden Gate Bridge und die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz. Die roten Sitzmöbel haben wir umständlich in Richtung Diktiergerät zurechtgeschoben und beginnen das Gespräch mit dem Thema, von dem Carl Djerassi inzwischen die Nase voll hat: der Pille. Der...
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Der Zorn auf die politische und ökonomische Elite wächst, je länger die Krise anhält. Ob sie eine Schuld dafür trifft oder nicht – von jenen, die (sich) zur Elite zählen, wird erwartet, dass sie die Verantwortung übernehmen. Martin Wolf über den wichtigen Unterschied zwischen Opernsängern und Hedge-Fonds-Managern.
Von René Scheu, Florian Rittmeyer, Martin Wolf

Martin Wolf, photographiert von Philipp Baer.

Wir haben uns vor drei Jahren schon einmal in St. Gallen getroffen. Sie erinnern sich?
Wir sprachen damals über das Schreiben und die Macht.1
Genau. Das ist auch unser Business. Wie viel gesellschaftliche Macht haben Publizisten?
Ich sage das Gleiche wie damals: eigentlich keine – Sie können niemanden zwingen, das zu tun, von dem Sie glauben, es sei das Richtige. Die publizistische Ohnmacht stört mich aber nicht. Ich schreibe nicht, um Einfluss zu nehmen. Ich schreibe,...
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Xenia Tchoumitcheva tourt um die Welt, hält Leadership-Speeches, betreibt ein Webmagazin und ist Protagonistin ihrer eigenen Realityshow. Ein Gespräch mit der früheren «Monat»-Kolumnistin über Liberalismus, Denkstereotypen und ihr neues Leben als Verlegerin.
Von René Scheu, Xenia Tchoumitcheva

Xenia Tchoumitcheva, photographiert von Thomas Burla.

Seit unserem letzten grossen Gespräch hat sich viel getan. Der «Monat» hat sich gemausert, du hast dein eigenes Business aufgezogen. Obwohl du nicht mehr Kolumnistin bist, fragen unsere Leser immer wieder nach dir. Lass uns ein wenig nostalgisch beginnen und an unsere letzte Plauderei anknüpfen: Verschlingst du weiterhin die Werke der libertären russisch-amerikanischen Schriftstellerin Ayn Rand? 1
Es ist ja nicht so, dass Ayn Rand unüberschaubar viele...
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Die Lust an der Apokalypse oder kluge Vorausschau? Matthias Weik und Marc Friedrich empfehlen, sich auf den nächsten grossen Finanzcrash vorzubereiten.
Dabei ist klar: Er kommt bestimmt. Früher oder später.
Von Alex Rickert, Marc Friedrich, Matthias Weik
Sie sehen schwarz für die Weltwirtschaft und für das globale Finanz-system und propagieren den Crash als Lösung. Sie fordern tiefgreifende Reformen des Geldsystems und eine Rückkehr zu wirtschaftlichen Tugenden. Wie schätzen Sie die Chance ein, dass ein Kollaps mit diesen Mitteln abgewendet werden kann?
Marc Friedrich (F): Die Chance dafür geht gegen null. Wir zeigen in unserem Buch, dass es leider im bestehenden System keine Lösung gibt – vor allem... » Mehr

Spendende Menschen sind glückliche Menschen. Wo endet das Eigeninteresse und wo beginnt die Weltverbesserung? Und was kommt heraus, wenn ein Grossunternehmer, ein Verhaltensökonom und ein Sozialinvestor nach Antworten auf diese Frage suchen?
Von René Scheu, Florian Rittmeyer, Ernst Fehr, Thomas Schmidheiny, Klaus Tischhauser

Klaus Tischhauser, photographiert von Philipp Baer.

Geld und seine Wirkung, Ethik und Investieren – beginnen wir mit der Gretchenfrage, Herr Tischhauser. Sie sind CEO eines weltweit führenden Vermögensverwalters im Mikrofinanzbereich. Sind Sie Kapitalist, Weltverbesserer oder wandelndes Wunder: ein Kapitalist, der es gut meint mit der Welt?
Klaus Tischhauser (KT): Unsere Firma ist der lebende Beweis dafür, dass man die beiden Dinge zusammenbringen kann. Wir investieren, und zwar gegen Rendite. Von daher kann man sagen: Wir...
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Kambodschanische Reminiszenzen
Von Matthias Messmer

Kambodscha, photographiert von Matthias Messmer.

«Leg dich mal auf das Sofa und erzähl», forderte mich ein älterer Freund unserer Familie auf. Ich brachte keine Worte heraus, wusste eigentlich auch nicht recht, was der Mann wollte. Die Couch, so dachte ich, war doch im Grunde etwas für Leute mit schlechtem Gewissen, wie der Beichtstuhl halt. Erst viel später las ich irgendwo, dass eine Liege auch dazu tauge, Gedanken besser in Worte zu fassen. Ich also einfach irgendetwas hätte sagen können. Was mir am...
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